Weniger Diskriminierung in Stellenanzeigen

Einer Untersuchung zufolge sind die meisten Stellenanzeigen diskriminierungsfrei.

Unsplash / Piotr Krzyżanowski Piotr Krzyżanowski

Einer Untersuchung zufolge sind die meisten Stellenanzeigen diskriminierungsfrei.

Es wird nur nach einem Mann gesucht oder nach einer jungen Fachkraft: Zum Glück kommen eindeutige Diskriminierungen in Stellenanzeigen immer seltener vor. Das stellt eine neue Untersuchung fest.

Offene Benachteiligungen kommen demnach in Jobanzeigen kaum noch vor, hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) festgestellt. Sie hatte eine Untersuchung in Auftrag gegeben, bei der insgesamt 5.667 ausgeschriebene Jobs untersucht wurden. Die Stellenannouncen kamen aus dem gesamten Bundesgebiet und wurden in lokalen sowie überregionalen Printmedien und Online-Jobportalen veröffentlicht. Außerdem wurden 309 Inserate von dem Portal ebay Kleinanzeigen analysiert. Hier hatte es immer wieder Beschwerden über diskriminierende Jobausschreibungen bei der ADS gegeben.

Positiv überraschend: Bei der Auswertung konnten kaum eindeutige Diskriminierungen erkannt werden. Fast 98 Prozent der ausgeschriebenen Stellen wurden ganz neutral beworben. Nur 2,2 Prozent der Stellenanzeigen waren auffällig. In der Regel wurde hier nur ein Geschlecht genannt.

Stellenanzeigen könnten vielfältiger sein

16,8 Prozent der diskriminierenden Anzeigen enthielten aber auch Benachteiligungen aufgrund des Alters. Häufig, weil explizit junge Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter gesucht wurden. Acht Prozent der diskriminierenden Stellenanzeigen zielten auf eine bestimmte ethnische Herkunft ab. So wurde hier zum Beispiel Deutsch als Muttersprache verlangt.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) zeige im Hinblick auf Stellenanzeigen Wirkung, schlussfolgert die ADS. Auffällig sei jedoch in der Untersuchung gewesen, dass die Anzeigen kaum andere unterrepräsentierte Gruppen ansprächen. Arbeitgeber könnten daher mutiger sein, etwa Menschen mit anderen Wurzeln gezielt anzusprechen und mehr für Diverstität zu tun.

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