Chefinnen fällt Vereinbarkeit leichter

Für viele Unternehmerinnen ist die Familiengründung der Auslöser für den Schritt in die Selbständigkeit.

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Für viele Unternehmerinnen ist die Familiengründung der Auslöser für den Schritt in die Selbständigkeit.

Die Selbständigkeit als ideale Lösung, um Kinder und Karriere zu vereinbaren? Einer neuen Studie des Verbandes deutscher Unternehmerinnen (VdU) zufolge ist es zumindest die richtige Wahl für Frauen mit Unternehmensgeist.

Der Verband hatte in Koopertion mit der Deutschen Bank über 200 Unternehmerinnen befragen lassen. Das Ergebnis ist spannend: Knapp 40 Prozent der Befragten gaben demnach an, Unternehmertum und Elternschaft ließen sich besonders gut vereinbaren, berichtet der Tagesspiegel. “Für 14 Prozent war die Familiengründung sogar der Auslöser für die Selbstständigkeit; elf Prozent hat die Freiberuflichkeit dagegen von der Familiengründung abgehalten”, schreibt die Zeitung.

Ich habe mir die Studie heute genauer angesehen. Die Ergebnisse zeigen leider auch, dass die Chefinnen für sich selbst – sofern sie Mütter sind – eine gute Vereinbarkeit finden, aber das heißt noch lange nicht, dass sie sich als Arbeitgeberinnen auch für eine gute Vereinbarkeit ihrer Mitarbeiterinnen engagieren. Zwar ist den Unternehmerinnen das Thema sehr wichtig – das zeigen Daten aus der Studie, für die zum Vergleich Entscheider aus dem Mittelstand befragt wurden – und die Chefinnen versuchen auch Lösungen wie flexible Arbeitszeiten oder individuelle Absprachen mit ihren Angestellten zu finden. Aber innovative Vorstöße, ein stärkeres Investment in Betriebskindergärten oder Kooperationen mit den öffentlichen Kitas vor Ort werden von den Unternehmerinnen nicht stärker vorangetrieben als von den Arbeitgebern im Mittelstand generell.

Frauen sind nicht automatisch die besseren Chefs

Zugleich muss man an dieser Stelle auch erwähnen: Frauen als Chefinnen heißt nun mal nicht automatisch auch mehr Arbeitnehmerfreundlichkeit. Eine weitere spannende Facette in der Studie ist die Frage an die Unternehmerinnen, was sie von einem Entgeltgleichheitsgesetz halten. Das Ergebnis: Zwar sehen 80 Prozent der Arbeitgeberinnen akuten Handlungsbedarf bei der ungleichen Bezahlung von Männern und Frauen. Ein Transparenzgesetz würden sie im eigenen Unternehmen aber lieber nicht haben wollen. Das könnte den Betriebsfrieden stören, sagt jede Zweite. Und immerhin 41 Prozent glaubt, dass es sowieso nichts ändern würde.

Als Arbeitnehmervertreterin finde ich: Schade, liebe Geschlechtsgenossinnen. Wer selbst Arbeitgeberin ist, sollte darauf achten, dass es erst gar nicht zu einer Lohndiskriminierung kommt.

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