Fast jede Frau kennt Benachteiligung beim Gehalt

Weniger Verantwortung, weniger interessante Inhalte: Viele Frauen müssen eine Veränderung ihrer Arbeit hinnehmen, sobald sie Mütter werden.

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Weniger Verantwortung, weniger interessante Inhalte: Viele Frauen müssen eine Veränderung ihrer Arbeit hinnehmen, sobald sie Mütter werden.

75 Prozent der berufstätigen Frauen in Deutschland haben sich schon einmal zu schlecht bezahlt gefühlt. Das stellt eine neue Studie fest.

Das fand der Büromittellieferant Viking in einer Befragung von 1.000 Arbeitnehmerinnen heraus. 75,1 Prozent der befragten Frauen gaben an, dass sie sich verglichen mit ihren männlichen Kollegen am Arbeitsplatz zu schlecht bezahlt fühlten oder diese Erfahrung in einem Job zuvor schon einmal gemacht hatten.

In kaum einem anderen EU-Land ist der Gender Pay Gap so hoch wie in Deutschland, wo er 21 Prozent.

Interessant ist der Fatalismus, mit dem die Frauen auf die Lohnlücke blicken. Denn jede fünfte Befragte gab an, dass sie vermutet, dass das geschlechtsspezifische Lohngefälle niemals verschwinden wird. 40 Prozent waren der Meinung, es dauere mindestens zehn bis fünfzig Jahre.

Mehrheit der Frauen kennt Benachteiligung im Job

Und auch so waren die Frauen wenig optimistisch, tatsächlich in der Arbeitswelt die gleichen Chancen wie Männer zu haben: 42,4 Prozent der befragten Frauen sagten, dass die größte Herausforderung im Beruf gegenüber ihren männlichen Kollegen der geringere Lohn sei. 37 Prozent nannten die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf und immerhin noch ein Viertel der Arbeitnehmerinnen sagte, sie fänden, Frauen hätten weniger Möglichkeiten zur beruflichen Entwicklung und zum Aufstieg.

56,4 Prozent der Frauen waren außerdem der Ansicht, dass Kinder schwer mit Karriere zu vereinbaren seien und sich negativ auf die Laufbahn auswirkten. Betrachtet man nur die Frauen, die auch Mütter sind, zeigt sich ein trauriges Bild: Die Mehrheit musste eine Änderung im Job hinnehmen, um Kind und Karriere vereinbaren zu können – beispielsweise Aufgaben und Verantwortung abgeben oder inhaltliche Änderungen bewältigen. Fast 70 Prozent wechselten in Teilzeit.

Und generell konnte jede zweite Frau von unzulässigen Fragen nach ihrer Familienplanung im Bewerbungsgespräch berichten.

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