Unsere Weinkönigin ist ein Mann

Die Gemeinde Kesten hat erstmals einen Mann zur Weinkönigin gemacht – weil keine Frau freiwillig das Amt übernehmen wollte.

Pixabay / alohamalakhov

Die Gemeinde Kesten hat erstmals einen Mann zur Weinkönigin gemacht – weil keine Frau freiwillig das Amt übernehmen wollte.

Weinkönigin werden können nur Frauen? Unsinn. In dieser Woche zeigt das Beispiel des Ortes Kesten an der Mosel, dass sich Stereotypen aufbrechen lassen – und kürte den Jurastudenten Sven Finke zur Weinkönigin.

“Ich bin sozusagen eine männliche Weinkönigin”, sagte der 25-jährige Student im Interview mit Spiegel Online. Offiziell hat die Gemeinde ihm den Titel “Bacchus Castanidi” verliehen, was so viel heißt wie “Weingott von Kesten”. Er habe kandidiert, weil sich keine Frau für das Amt fand. Vielleicht ist den Kestenerinnen die Tradition ja etwas zu viel Folklore, vielleicht auch zu sexistisch? Immerhin haben Weinköniginnen in der Regel die Aufgabe, den edlen Traubensaft dekorativ aufzuwerten und für ihre Ortschaft zu werben Warum das in der Regel in figur- und insbesondere brustbetonten Kleidern erfolgen muss, ist unklar.

Finke jedenfalls hat sich für die ersten Presseauftritte für eine römisch anmutende Robe entschieden. Und auch ein Weinkönniginnenseminar besucht und sich in den letzten Wochen intensiv mit Wein beschäftigt. Denn als Weinkönig darf er natürlich auf den Weinfesten in der Region alle Sorten ausgiebig testen. Auch sonst, fühlt er sich bestens gerüstet für sein neues Amt. Nicht nur sein Freund unterstützt den Weinkönig, auch seine Gemeinde steht voll hinter ihm. Finke zu Spiegel-Online: “Dass der Gemeinderat mich einstimmig wählt, damit habe ich ja nicht gerechnet.”

Wir finden: Toll! Mehr Männer sollten in klassischen Frauendomänen vorpreschen. Das könnte auf Dauer für weniger Sexismus und mehr Gleichberechtigung führen. Und wenn es noch so sympathische Herren wie Sven Finke sind, dann kann die Welt eigentlich nur besser werden.

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