Überstunden machen krank

Selbst wer gerne viel arbeitet, tut seiner Gesundheit durch viele Überstunden nichts Gutes.

Unsplash / Jason Edwards

Selbst wer gerne viel arbeitet, tut seiner Gesundheit durch viele Überstunden nichts Gutes.

Wer überlange arbeitet, ruiniert seine Gesundheit – das zeigt eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin  (BAuA).

Und offenbar zeigt sich dieser Zusammenhang zwischen langen Arbeitstagen und einer verschlechterten Gesundheit auch bei Menschen, die ihre Arbeit eigentlich lieben und mit Leidenschaft nachgehen. Über die Auswertung berichtet Wirtschaftspsychologie aktuell. Datengrundlage für den BAuA-Report ist eine repräsentative Arbeitszeitbefragung unter 20.000 Erwerbstätigen in Deutschland.

Demnach klagen Beschäftigte, die regelmäßig Überstunden machen über Erschöpfung, Müdigkeit aber auch Schlafstörungen, Niedergeschlagenheit und Rückenschmerzen. Fast jede und jeder Zweite macht den Daten zufolge regelmäßig Überstunden – in der Regel zwischen fünf bis zehn Stunden pro Woche, aber jeder Zehnte leistet mehr als zehn Stunden Mehrarbeit in der Woche. Allerdings sind die Krankheitssymptome offenbar da ausgeprägter, wo Beschäftigte mit ihren Arbeitsbedingungen unzufrieden sind und Überstunden nötig sind, weil die Arbeit nicht in der vertraglich vereinbarten Zeit zu schaffen ist, ein erheblicher Leistungs- und Termindruck besteht und die Angst und Sorge vorhanden ist, ansonsten den Job zu verlieren oder ins Karriereabseits zu geraten. Aber auch, wer seinen Job eigentlich liebt und diesen mit großer Freude verrichtet, kann unter gesundheitlicher Beeinträchtigung leiden, wenn die Mehrarbeit zur Regel wird. Ebenfalls fast jede und jeder Zweite arbeitet regelmäßig mindestens einmal im Monat am Wochenende und in der Freizeit – etwa am Abend und auch Sonn- und Feiertagen sowie im Urlaub.

Flexible Arbeitszeiten machen eher krank als gesund

Die Studie stellt dem Bericht zurfolge auch fest, dass besonders flexible Arbeitszeiten einen negativen Effekt auf die Gesundheit haben können – nämlich dann, wenn Arbeitszeiten kaum noch planbar sind, Einsätze sehr kurzfristig mitgeteilt werden oder sich regelmäßig ändern. Das ist vor allem für Menschen in Abrufarbeitsverhältnissen der Fall. Dazu gehören auch viele Freelancer, die eigentlich die Freiheit als großen Vorteil erachten. Dennoch zeigt sich: Wenig verlässliche Planbarkeit von Arbeitseinsätzen, Projekten und Aufträgen über eine längere Zeit geht zu Lasten der psychischen und physischen Gesundheit.

 

Immerhin: Als wirklich sehr schlecht bewerteten zwölf Prozent der Beschäftigten ihren Gesundheitszustand. Und fast zwei Drittel der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist mit ihrer Gesundheit im großen und ganzen zufrieden.

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