„Networking ist entscheidend für die eigene Karriere“

"Tue Gutes und rede darüber", so Thekla Wege.

Brand Union Germany

"Tue Gutes und rede darüber", so Thekla Wege.

Thekla Wege hat die Erfahrung gemacht, dass Networking und die Inszenierung der eigenen Person entscheidend sind für die Karriere. Gerade Frauen müssen sich hier noch viel mehr trauen, ist Wege überzeugt.

Ihren ersten Job hatte Thekla Wege bereits während ihres Studiums im Rahmen eines Praktikums angeboten bekommen: Ihre damalige Chefin wartete ein Jahr lang auf sie, bis sie fertig studiert hatte. Sie war eine prägende Mentorin, eine beeindruckend toughe Frau, die in einer sehr männlich dominierten Umgebung sehr erfolgreich war und ist. Von ihr hat Wege sich vieles gemerkt und abgeguckt. Ihren jetzigen Chef, Tobias Phleps, CEO der Brand Union Germany, lernte Wege bereits vor fast zehn Jahren auf einem Konzert kennen. Auch hier stimmte das zwischenmenschliche Verständnis sofort. Seit 2014 ist Wege bei Brand Union Germany als Executive Director Business Development and Corporate Communications mit Prokura in Hamburg und Berlin tätig.

 

die Chefin: Warum machen Sie, was Sie machen?

Thekla Wege: Ich habe BWL und VWL studiert und stand einem komplexen Spektrum an beruflichen Möglichkeiten gegenüber. Die Zufälle und Chancen, die sich mir boten, habe ich positiv angenommen und auf dem Weg gelernt, meine Stärken wahrzunehmen und Talente gezielt weiterzuentwickeln.

Dabei mache ich meinen Job gerne. Ich trage Mitverantwortung für unternehmerische Entscheidungen und die personelle Struktur. Ich finde es extrem spannend, ein Unternehmen weiterzuentwickeln, Kunden- und Agenturportfolio zu schärfen, es an Veränderungen im Markt anzupassen und immer am Puls der Zeit zu bleiben. Ich bin sehr gerne in der Führungsposition, weil ich hier etwas bewegen kann.

die Chefin: Wurden Sie auf Ihrem Weg unterstützt?

Wege: Ohne Unterstützung keine berufliche Entwicklung! Angefangen mit einer Erziehung, die mich mit einem guten Selbstwertgefühl für das Berufsleben ausgestattet hat. Und später vor allem Vorgesetzte, die mich unterstützt haben. Zum Beispiel habe ich bereits in einem Praktikum während meines Studiums meine spätere Chefin kennengelernt – meine erste prägende Mentorin. Eine starke Frau, von der ich sehr viel gelernt habe. Heute habe ich das Glück, dass mein Mann und ich in der selben Branche arbeiten, wenn auch in unterschiedlichen Bereichen, und uns gegenseitig beraten, unterstützen und vorantreiben.


In der Serie 6 aus 49 beantworten 49 weibliche Führungskräfte sechs Fragen zu ihrem persönlichen Karriereweg.


die Chefin: Gab es auf diesem Weg Hürden?

Wege: Es sind nicht immer nur externe Begebenheiten, die uns zwingen, unsere Komfortzone zu verlassen. Die größten Hürden liegen mit Sicherheit in uns selbst. Erst wenn man für sich herausgefunden hat, was man beruflich erreichen will und welchen Stellenwert der Beruf im Leben einnehmen soll, kann man entsprechende Entscheidungen treffen, die richtigen Weichen stellen und sich weiterentwickeln.

die Chefin: Auf welche Ihrer Eigenschaften sind Sie stolz und warum?

Wege: Mir wurde schon immer eine sehr ehrliche Art nachgesagt. Ich bin klar und direkt in meinen Aussagen. Damit diese Eigenschaft jedoch eine positive Wirkung entfalten konnte, musste ich mir einen diplomatischen Umgang damit aneignen. Ferner bin ich nicht leicht aus der Fassung zu bringen, das heißt, kritische Situationen im Job beziehe ich nicht auf mich als Person. Gerade in der Zusammenarbeit mit einem Team und unter meist hohem Druck sind das sehr wichtige und nützliche Eigenschaften für mich.

die Chefin: Was war der beste Rat, den Sie je bekommen haben?

Wege: Ein rundum pragmatischer Rat: Tue Gutes und rede darüber. Networking und die Inszenierung der eigenen Person sind entscheidend für die eigene Karriere. Die interne Politik, Interessen und Kommunikationswege in einem Unternehmen verstanden zu haben, kann schon die halbe Miete sein. Gerade Frauen müssen sich hier noch viel mehr trauen!

die Chefin: Was raten Sie dem Nachwuchs?

Wege: Macht euch bewusst, dass ein gutes Netzwerk nicht nur ein Karrieresprungbrett sein kann, sondern auch ein Sicherheitsnetz für Zeiten ist, in denen es mal nicht so gut läuft. Um das Knüpfen und Pflegen von Kontakten kommt man nicht herum – es ist und bleibt ein People Business. Darüber hinaus hilft es, sich immer wieder den Spruch, „Man sieht sich immer zweimal im Leben“ zu Herzen zu nehmen. Der Praktikant von heute ist vielleicht der Kunde von morgen.

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