Managerinnen kommen zu ihr mit Frauenfragen

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Ich muss gestehen, dieses Interview hat mir kürzlich sehr viel Spaß gemacht: Karin Kuschik ist die Frau hinter den Spitzenmanagern. Zu ihr kommen Top-Führungskräfte, wenn sie nicht mehr weiterwissen.

Der Beratungsbedarf habe zugenommen, sagt die Coach. Im Interview für ZEIT ONLINE erzählt sie, dass sie es auf C-Level-Ebene vor allem mit männlichen Klienten zu tun habe. Zwar gebe es immer mehr Managerinnen, die seien aber eher eine Stufe darunter angesiedelt und brächten oftmals typische Frauenfragen mit ins Coaching, freuten sich aber auch stärker darauf. “Es kommt schon vor, dass ich Männer zunächst mal überzeugen muss. Frauen sind da viel offener”, sagt Kuschik. Eine häufig gestellte Frage von Managerinnen sei, ob sie zu weiblich auftreten oder zu männlich rüberkämen. “Es ist leider immer noch so, dass ein weibliches Auftreten als zu weich und nicht durchsetzungsstark gilt, ein zu männliches Auftreten bei einer Frau aber als zickig oder unprofessionell rüberkommt”, sagt die Coach.

Dennoch spiele das Aussehen für Führungsfrauen noch eine andere Rolle als für ihre männlichen Kollegen. Gutes Aussehen könne förderlich beim Aufstieg sein, aber sei hinderlich, wenn Frauen ganz oben sind. “Ein Vorteil von Angela Merkel zum Beispiel ist ja ihr Aussehen. Es wird wohl keiner auf die Idee kommen zu sagen: “Sie hat sich bestimmt nach oben geschlafen!” Genau das ist aber oft der Gedanke, wenn eine sehr feminine Frau Karriere macht”, sagt Kuschik. Häufig würden Managerinnen den Fehler machen, sich zu stark mit der Geschlechtergruppe Mann zu vergleichen. Auch wenn es häufig nur männliche Kollegen auf Führungsebene gebe, mit denen sie sich vergleichen könnten, rate sie ihren Klientinnen, “nicht allein durch die Geschlechterbrille zu gucken. Man kann sich ja auch als Mensch mit anderen Menschen vergleichen und analysieren, warum wer in einer bestimmten Sache erfolgreich ist und ob dieses Verhalten für einen selbst passt, völlig egal ob Mann oder Frau.”

Das Geschlecht spiele weniger eine Rolle, wenn die Führungskraft voll hinter dem stehe, was sie sagt. “Wenn die Chefin ganz sie selbst ist, kann sie auch mal emotional oder tough sein. Leider trauen sich aber Führungsfrauen oft nicht, voll in ihre Kraft zu gehen.” Das ganze Interview gibt es hier.

Und mehr über Karin Kuschik gibt es außerdem hier.

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