Klagen gegen Arbeitgeber werden seltener

Die Klagen vor Arbeitsgerichten sind zuletzt gesunken.

Unsplash / Wesley Tingey

Die Klagen vor Arbeitsgerichten sind zuletzt gesunken.

Immer weniger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer führen mit ihren Arbeitgebern einen Rechtsstreit. Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamts.

Demnach wurden 2018 starteten 320.094 neue Verfahren vor deutschen Arbeitsgerichten geführt, halb so viele wie im Jahr 1995 und drei Prozent weniger als im Jahr davor.

Der überwiegende Teil der Klagen wurde demnach von Arbeitnehmenden eingereicht, meistens ging es um Kündigungsschutzklagen (127.963),  gefolgt von Zahlungsklagen (71.922), weil das Gehalt gar nicht oder zu spät oder nur teilweise gezahlt wurde.

319.381 Fälle wurden erledigt, das entspricht in etwa der Zahl der neuen Verfahren. Nur bei Streitigkeiten um tarifliche Eingruppierung gab es dem Statistischen Bundesamt zufolge einen leichten Anstieg. Das könnte mit den im Jahr 2018 erfolgten Tarifabschlüssen zu tun haben, bei denen erstmals viele individuelle Aspekte kollektivrechtlich bearbeitet wurden. Der generelle Rückgang kann wohl mit der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt zu tun haben und damit, dass Fachkräfte immer schwieriger zu finden sind. Macht ein Arbeitgeber Schlagzeilen als Unternehmen, das in Arbeitsrechtsstreitereien verwickelt ist, hat das oft negative Folgen fürs Image. Aber auch das finanziellen Risiko dürfte eine Erklärung sein: Klagen können für Arbeitgeber wie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer teuer werden.

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