Haben Führungsfrauen in Krisenzeiten bessere Chancen?

Investoren fassen die Berufung einer Frau ins Spitzenmanagement in der Regel positiv auf.

Unsplash / Rawpixel

Investoren fassen die Berufung einer Frau ins Spitzenmanagement in der Regel positiv auf.

Führungsfrauen als moderne Trümmerfrauen der Wirtschaft: Werden Managerinnen eher dann in Spitzenpositionen berufen, wenn sich ein Unternehmen in einer Krise befindet? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine neue Untersuchung.

Das berichtet Wirtschaftspsychologie aktuell  über die Studie „The Glass-Cliff Myth – Evidence from Germany and the UK“ , die gerade gerade im Fachmagazin „The Leadership Quarterly” erschienen ist. Nach der Finanzkrise 2008 etwa wurden viele Frauen in Bankvorstände berufen, auch in der Politik ist das Phänomen bekannt, denkt man etwa an Theresa May, die nach der Brexit-Abstimmung Premierministerin in Großbritannien wurde.

Daten aus Großbritannien und Deutschland verglichen

Aber stimmt es, dass Frauen vor allem in schwierigen Zeiten bessere Aufstiegschancen haben oder ist das ein Mythos? Für die Studie wurde untersucht, wie viele Frauen seit 2005 in britischen Unternehmen in Toppositionen berufen wurden und wie es in diesen Zeiten mit den wirtschaftlichen Kennzahlen der Firmen aussah. Tatsächlich konnte die Studie einen Zusammenhang zwischen Krisenzeit und Aufstieg einer Führungsfrau nachweisen. In einer ergänzenden Analyse wurden Daten aus Deutschland ausgewertet. Hier zeigte sich dieser Zusammenhang aber nicht, stattdessen scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein: Wenn deutsche Konzerne Frauen ins Spitzenmanagement holen, stehen sie in der Regel wirtschaftlich sehr gut da.

In beiden Ländern sollen der Studie zufolge aber die Finanzmärkte den Aufstieg der Führungsfrauen im Schnitt positiv auffassen. Sprich: Investoren finden einen Wechsel an der Spitze hin zu mehr Diversity offenbar interessant.

Und so lässt sich erneut konstatieren: Frauen an der Spitze sind wirtschaftlich gut.

Passend zum Thema