Frau Merkel und die Gleichstellungsbeauftragten

Im politischen Berlin spielen Frauen in Spitzenführungspositionen kaum eine Rolle.

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Im politischen Berlin spielen Frauen in Spitzenführungspositionen kaum eine Rolle. Einzige Ausnahme: die Kanzlerin.

Zu wenig Frauen in Führungspositionen – und das fast überall in den Top-Politikpositionen. Weil fast alle Staatssekretäre nur Männer seien, bekommt Bundeskanzlerin Angela Merkel nun Ärger mit dem Gleichstellungsbeauftragten.

Darüber berichtet der Kollege Kai Biermann bei ZEIT ONLINE. Die Gleichstellungsbeauftragten der obersten Bundesbehörden haben der Kanzlerin nun einen Brief geschrieben und darum gebeten, den Frauenanteil in den Führungspositionen zu erhöhen – immerhin gilt auch in der Politik die Frauenquote.

Und dennoch ist der Frauenanteil in den Spitzenführungspositionen gesunken, wie auch im gesamten Parlament. Entsprechend kritisiert der Interministerielle Arbeitskreis der Gleichstellungsbeauftragten der obersten Bundesbehörden (IMA-GB), dass in einigen Ministerien “sogar wieder ausschließlich Männer” benannt worden seien.  Zum Beispiel im Bundesinnenministerium, was Horst Seehofer (CSU) gehörig Kritik angebracht hat.

Nicht nur Horst Seehofer hat ein Frauenproblem

Schon damals hatten die Frauenbeauftragten Kritik geübt. Der CSU-Politiker hatte, obgleich er wegen der neuen Ressortzuteilung mehr Stellen als sein Vorgänger zu besetzen hatte, keine einzige Frau benannt. Zwar hörte Seehofer die Stellungnahme der Gleichstellungsbeauftragten an – an seiner Personalentscheidung indes hielt er fest.

Das Bundesinnenministerium hat zwar mittlerweile einen generellen Frauenanteil von nahezu der Hälfte. Allerdings berücksichtigt diese Zahl wirklich alle Beschäftigten. Schaut man nur auf die Führungspositionen, zeigt sie, wie so oft, ein ganz anderes Bild. Kaum Frauen sind hier zu finden. Ähnlich sieht es in den Ministerien für Wirtschaft, für Landwirtschaft und für Verteidigung statt. Auch hier findet sich unter den Staatssekretären keine einzige Frau. “Zählt man alle parlamentarischen und beamteten Staatssekretärstellen zusammen, sind nur knapp 27 Prozent mit Frauen besetzt”, heißt es in dem Artikel. “Besonders auffällig wird das Missverhältnis bei den beamteten Staatssekretären, die die eigentlichen Leiter der Verwaltungen sind. In den Bundesministerien gibt es derzeit 29 entsprechende Stellen. Nur vier davon wurden an Frauen vergeben, also nicht einmal 14 Prozent.” Frau Merkel wird also noch einiges zu tun bekommen…

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