Emotionale Frauen wirken intelligenter

Frauen wird emotionale Zurückhaltung negativer ausgelegt als Männern.

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Frauen wird emotionale Zurückhaltung negativer ausgelegt als Männern.

Gefühle in der Arbeitswelt – sind in der Regel selten gut. So dachte man bislang. Jetzt aber belegt eine neue Studie das Gegenteil, wie Wirtschaftspsychologie aktuell berichtet. Demnach ist es zumindest für Frauen durchaus vorteilhaft, emotional zu sein. Für Männer hingegen nicht. Also, liebe Herren, für Sie bleibt alles wie gehabt.

Frauen hingegen werden für intelligenter gehalten, wenn sie sich gefühlvoll geben, berichtet das Magazin über eine Studie der Sozialpsychologin Ursula Hess. Allerdings nur dann, wenn Frauen gefühlskompetent seien und Emotionen in einem dem Jobrahmen angemessenen Maß zeigten.

Das Forscherteam hatte untersucht, wie emotionale Zurückhaltung jeweils von Männern und Frauen in belastenden Situationen ankommt. Den Probanden des Experiments wurden dabei Bilder gezeigt, die wütend oder traurig machten. Und danach Videos von Männern und Frauen, die auf diese Bilder emotional reagierten – oder eben nicht. Die Probanden sollten danach die Männer und Frauen einschätzen und auch angeben, für wie intelligent sie die Personen hileten.

Frauen sind im Dilemma

Das Ergebnis überrascht in einigen Teilen nicht, denn natürlich wurden eine Reihe geschlechtsspezifischer Rollenklischees bestätigt. Demanch gilt es für Männer immer noch als schicklich, unemotional zu reagieren und ihre Gefühle zu unterdrücken. Die Männer, die in den Videos unterkühlt reagiert hatten, wurden als schlau eingeschätzt und hatten höhere Respektwerte bei den Probanden.

Bei den Frauen hingegen wurde emotional zurückhaltenden Verhalten mit Inkompetenz und mangelnder Intelligenz bewertet. Die Frauen, die im Video hingegen sofort emotional reagierten, schienen den Versuchsteilnehmerinnen und -teilnehmern sympathischer. Mehr noch: Den kühlen Frauen wurde entweder ein unnatürliches Verhalten oder strategisch-unsympathisches Verhalten unterstellt.

Was heißt das nun für weibliche Führungskräfte? An der Spitze wird von Führungspersönlichkeiten in der Regel emotional zurückhaltendes Verhalten erwartet. Wenn aber Managerinnen sich zu kalt geben – was sich ein Mann locker erlauben kann – gelten sie als unnatürlich, unsympathisch und schlimmstenfall sogar als wenig intelligent. Zeigen sie sich aber zu emotional, läuft das den erwarteten Verhaltensmustern eines Entscheiders zu wider. Und führt ebenso zu Abwertung. Ein Dilemma!

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