Einkommen und Status bedingen Sterberisiko

Das Sterberisiko hängt stark mit dem Einkommen und Jobstatus zusammen.

Unsplash / Tiago Muraro

Das Sterberisiko hängt stark mit dem Einkommen und Jobstatus zusammen.

Wer schlechte Arbeitsbedingungen hat, stirbt früher. Aber auch das Einkommen spielt eine Rolle. Diesen  Zusammenhang nimmt eine neue Studie in den Blick.

Das höchste Sterberisiko in Deutschland demnach arme und arbeitslose Menschen. Die Sterblichkeit des am schlechtesten verdienenden Fünftels der Bevölkerung lag demnach um 150 Prozent über dem des am besten verdienenden Fünftels, hat das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) herausgefunden.

Für die Studie wurden anonymisierte Daten von 27 Millionen Versicherten der Deutschen Rentenversicherung ausgewertet, die 2013 zwischen 30 und 59 Jahre alt waren.

Am stärksten gefährdet sind demnach Männer in Ostdeutschland: 14 Prozent zählen hier zur untersten Einkommens- und Bildungsschicht. Diese Gruppe hat im Vergleich zur höchsten Einkommens- und Bildungsschicht ein mehr als achtmal so hohes Sterberisiko. Aber auch im Westen sind Männer stärker betroffen als Frauen: Hier ist die am stärksten benachteiligte Gruppe unter den Männern mit rund elf Prozent Bevölkerungsanteil kleiner und mit einem gut fünfmal so hohen Sterberisiko etwas weniger benachteiligt.

Frauen sind resistenter

Frauen dagegen – das war schon in verschiedenen anderen Studien untersucht worden – sind etwas resistenter. Sie haben generell eine höhere Lebenserwartung und anscheinend wirken sich schlechte Arbeitsbedingungen oder Arbeitslosigkeit auch nicht so negativ auf das Sterberisiko für sie aus. Bei ihnen zeigt sich der Zusammenhang weniger stark.

Was wohl kaum eine Rolle spielt, ist wo jemand lebt. Zwar sei das Sterberisiko im Osten etwa für die Männer um ein Viertel höher als im Westen. Rechne man aber die Einflüsse von Arbeitslosigkeit, Bildung, Einkommen und Nationalität heraus, verschwinde der Unterschied, so die Studie.

Dass die Sterblichkeit der Männer im Osten höher ist, liegt auch daran, dass es dort einen höheren Anteil an Arbeitslosen, an weniger Gebildeten und an Menschen mit geringerem Einkommen gibt.

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