Eine Woche Mama, eine Woche Papa

Wenn sich Eltern trennen, entscheiden sich immer mehr Familien zur sogenannten Doppelresidenz: Die Kinder leben dann sowohl bei der Mutter als auch beim Vater.

Unsplash / Christin Hume

Wenn sich Eltern trennen, entscheiden sich immer mehr Familien zur sogenannten Doppelresidenz: Die Kinder leben dann sowohl bei der Mutter als auch beim Vater.

Endlich hat die FDP mal eine gute Idee und dann ziehen CDU/CSU und auch die Grünen nicht mit: Warum ein Paradigmenwechsel im Familienrecht zum Rohrkrepierer werden könnte.

Eigentlich sind FDP, Grüne und Union bei der Familienpolitik in vielen Punkten auf einer Linie. Generelle Einigkeit besteht bei den Sondierungsgesprächen darüber, dass Familien besser unterstützt werden sollen. Doch bei einem Paradigmenwechsel im Familienrecht wollen die Union, aber auch die Grünen nicht mitziehen: Die FDP hatte gefordert, das Familienrecht umfassend zu novellieren und das sogenannte Wechselmodell für Kinder bei einer Trennung der Eltern zur Regel zu machen. Frei nach dem Motto: gleichberechtigte Elternschaft heißt auch gleichberechtiges Sorge- und Umgangsrecht. Betroffen davon wären alle Familien, in denen sich die Eltern trennen und nicht auf ein Betreuungsmodell einigen können – egal, ob verheiratet oder nicht. Erst kürzlich hatte auch ein Bündnis von 60 verschiedenen Verbänden, Initiativen, Juristen, Psychologen und Therapeuten in einer gemeinsamen Erklärung die sogenannte Doppelresidenz als Leitmodell im Familienrecht gefordert.

Doppelresidenz bedeutet für Kinder, deren Eltern getrennt sind, dass sie zu gleichen Teilen sowohl von der Mutter als auch vom Vater betreut werden und auch bei beiden Eltern wohnen. In den meisten Familien werden die Kinder zwar zu kleinen Wanderpokalen, es gibt aber auch Paare, die das Prinzip Doppelresidenz anders regeln: Dann wohnt das Kind ständig in einer Wohnung und die Eltern wechseln sich mit der Betreuung ab. Dieses Modell erfordert allerdings drei Wohnungen – eine fürs Kind, eine für die Mutter, eine für den Vater.

So oder so teilten sich die Eltern bei der gleichberechtigten Elternschaft auch nach der Trennung die erzieherische und materielle Verantwortung zu gleichen Teilen. Das Kind wohnt bei diesem Modell sowohl bei der Mutter als auch beim Vater. Damit es funktioniert, dürfen die Eltern nicht weit voneinander entfernt wohnen. Den Mittelpunkt bildet dabei das soziale Umfeld des Kindes.

Würde der Vorschlag der FDP zu einem Gesetzesvorschlag, der auch durcjkommt, hätten die Kinder damit einen gesicherten Rechtsanspruch darauf, zu gleichen Anteilen bei Vater wie Mutter leben zu dürfen. Und dieser Anspruch könnte auch von den Eltern durchgesetzt werden.

Bislang kommt das Kind meist zur Mutter

Bisher ist das sogenannte Residenzmodell üblich. Das heißt, dass Kinder im Trennungsfall meist überwiegend bei einem Elternteil leben – in der Regel sind das die Mütter. Denn streiten sich die Eltern darüber, bei welchem Elternteil das Kind überwiegend wohnen soll, sprechen sich die Familiengerichte eher für die Mutter aus. Sie orientieren sich an den bisherigen rechtlichen Rahmenbedingunge – und am traditionellen Familienbild.

Es gibt aber immer mehr Väter und Mütter, die sich auch nach der Trennung die Erziehung zu 50 Prozent teilen wollen. So zeigt der Monitor Familienforschung des Bundesfamilienministerium aus dem Jahr 2015, dass die gleichberechtigte Aufteilung der Erziehungs- und Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen das bevorzugte Familienmodell ist. Bereits heute praktizieren immerhin fast ein Viertel der getrennten Eltern mit ihren Kindern das Wechselmodell.

Die bisherige Praxis bringt außerdem viele Nachteile mit sich: Väter sehen ihre Kinder trotz Sorge- und Umgangsrecht in vielen Fällen nur am Wochenende, müssen aber einen Großteil der materiellen Last alleine schultern. Die Mütter wiederum tragen die Hauptlast der Erziehungsarbeit und können als Alleinerziehende Familie und Beruf nur schwer vereinbaren. Viele alleinerziehende Frauen können nur Teilzeit arbeiten, daher nur wenig Rentenansprüche erwerben und sind spätestens im Alter von Armut bedroht. Und oft geht es auch den Kindern bei dieser Aufteilung nicht gut, weil sie sich mehr Zeit mit beiden Elternteilen wünschen.

Rechtlicher Rahmen würde Sicherheit geben

Zwar können Eltern auch heute schon bei einer Trennung die Doppelresidenz einfach leben – wie erwähnt tun das sehr viele ja auch. Aber mit einem gesicherten rechtlichen Rahmen würden viele Konflikte und Diskussionen unnötig. Vor allem Väter würde das Sicherheit bringen.  Im Februar hatte der Bundesgerichtshof in einem Grundsatzurteil dieses Modell gestärkt (Az. XII ZB 601/15). Im Mai 2013 gab es bereits eine Reform des Sorgerechts für unverheiratete Eltern: Seither können Väter, die nicht mit der Mutter des Kindes, verheiratet sind, das gemeinsame Sorgerecht auch gegen den Willen der Mutter bekommen.

Das Sorgerecht besteht unabhängig vom Umgangsrecht – und umgekehrt. Das heißt, dass jedes Elternteil ein Recht auf den Umgang mit seinem Kind hat, selbst dann, wenn es nicht das Sorgerecht hat. Wichtig auch: Das Kind hat auch das Recht auf Umgang mit beiden Elternteilen. Die Doppelresidenz im Familienrecht würde insofern auch dem Umgangsrecht der Eltern und des Kindes stark entgegenkommen.

4 Kommentare

  1. Sehr geehrte Frau Groll

    Chapeau für diesen tollen Artikel.
    Sehr fundiert und objektiv dieses so wichtige Thema beschrieben.
    Danke schön dafür.

    Beste Grüße
    S. Brauch

  2. Vernünftige Frauen und Mütter die gibt es? HAMMER!!! ❤️ Ihr seid STARK ! Wir dachten schon, Ihr lebt in Eurer eigenen “Mütterwelt” und vergesst das Kinder, Väter, Mütter und Großeltern haben. Die werden wie wir alle wissen vom Familienunrecht abgeschafft. Weil es so extrem Kinder- und Menschenfeindlich ist muss man alles grundsätzlich von der Elternzerstörung hin zum #Elternerhalt ändern. Kein Elternteil gehört vor ein Gericht wenn es Vater- oder Mutterschaft leben möchte. Wenn überhaupt, dann die andere Seite die das verhindern will, die die sich aus der Erziehungspflicht und Eigenbetreuung entziehen oder sich durch Unterhalt freikaufen wollen.

    Das Generationen von Kindern gezwungen wurden sich ihren Vater aus dem Herzen zu reißen ist ein Massaker mit lebenslangen Folgen. Die Traumatisierungen haben zu erheblichen gesundheitlichen und finanziellen Schäden geführt bei allen Beteiligten.
    Ihr müsst Euch immer im Klaren sein, dass es bisher niemals um das Kindeswohl ging.

    Mütter haben ein finanzielles Interesse die Kinder NICHT beim Vater leben zu lassen. Damit steht und fällt jede Kooperationsverweigerung. Es ist also geradezu eine Aufforderung die Kinder zu misshandeln und zu manipulieren, um das #Wechselmodell zu verhindern. Dies ist eine Straftat und wird in anderen Ländern auch scharf als solche benannt und verurteilt, genauso wie die Kindesentführung durch Wegzug.
    Gemeinsame Erziehung muss sich finanziell lohnen, die Eltern sind komplett unabhängig voneinander zu stellen, um zum einen den irrsinnigen Verwaltungsaufwand zu beseitigen zum anderen die Selbstbestimmung und die freiheitlichen Rechte der Menschen zu akzeptieren. Der Staat hat kein Recht vorzuschreiben wie Eltern ihr Einkommen für ihre Kinder verwenden, dies haben sie frei zu gestalten, da jedes Elternteil erstrangig zur ERZIEHUNG und zur BETREUUNG verpflichtet ist.

    Verbände und eine riesige Streitbewirtschaftungsindustrie haben an der Entsorgung des Vaters, am Entzug der Kinder von ihrem männlichen Elternteil Unmengen an Blutgeld verdient. Weil die Gesetze nicht Geschlechtsneutral sind, weil Väter und Kinder per Gesetz DISKRIMINIERT werden und die Eltern nicht gleiche PFLICHTEN und RECHTE haben, entsteht die Situation, dass die Kinder als Unterhaltsgeiseln gehalten und die Väter statt ihr Familienleben mit ihren Kindern leben zu können zum Unterhaltssklaven gemacht werden.

    Mit dem Verlust des eigenen Kindes geht auch der Lebenssinn verloren.
    1080€ Selbstbehalt gibt es schlicht nicht! Nirgends! Wird einfach fiktiv Einkommen erfunden was die sofortige Pfändung zur Folge hat.
    Erst werden den Vätern Ihre Kinder genommen, danach die Existenz und ein würdevolles Leben. Hochverschuldet geben viele auf, beenden aus Verzweiflung ihr Leben und manchmal auch das ihr Kinder.

    Die Wirtschaftweisen sollten ausrechnen welchen ökonomischen Schaden diese Gesellschaft erlitten hat, weil Väter ausbrennen und von den Gerichten zermalmt werden. Wenn all das verbrannte Geld und die Lebensenergie in die Beiden ZUHAUSE bei PAPA und Mama geflossen wären und die Kinder nicht isoliert bei der Mutter die Hälfte ihrer Kindheit verloren hätten, gäbe es diese täglichen Tragödien nicht und wir würden in einer friedlichen Welt leben.

    Die FDP ist die LETZTE HOFFNUNG für Millionen Menschen, ohne #Doppelresidenz darf es KEINE Regierung geben!
    Ein Lichtschein im Dunkel der Nacht. Nimm einem Vater sein Kind und er spürt was Folter ist. Es ist wie lebendig begraben zu sein.

    Danke #FDP , dass ihr dieses Leid beenden werdet.

    Das die #CDU #CSU und die #Grünen vorsätzlich verhindern wollen das alle Trennungskinder (bis auf Einzelfälle) bei ihren Vätern aufwachsen ist ein Verbrechen, unfassbar und verfassungswidrig. Dieser Verrat der Bedürfnisse der Kinder verstößt gegen die UN-Kinderrechtskonvention, macht überhaupt keinen Sinn. Die 60 Wissenschaftler, Ärzte, Experten die die Erklärung zur gesetzlichen #Doppelresidenz unterschrieben haben wenden sich wie die große Mehrheit der Bevölkerung von der Blockadehaltung dieser beiden Parteien angewidert ab.
    #GERMANMUT gegen dieses UNRECHT! Bleibt STARK !

    https://InternationalerVatertag.de

  3. Sehr gut!
    Immer für das Kind. Und ohne Anwälte und Verfahrensbeistande, diensich eine goldene Nase dabei verdienen. So könnte man auch die Gerichte entlasten.

  4. Sehr geehrte Frau Groll,

    vielen Dank für diesen sehr guten Artikel. Wir benötigen in Deutschland dringend ein modernes Familienrecht, welches mehr auf die Bedürfnisse der Kinder eingeht. Es reicht nicht, wenn eine Alleinerziehende mit Geld zugeworfen wird, und dann im übrigen mit den erzieherischen Aufgaben völlig überfordert ist. Kinder brauchen beide Eltern und insbesondere auch Väter in der Erziehungsarbeit. Die frühkindliche Ausbildung ist ohnehin schon zu stark feminisiert. Das Wechselmodell ist im Regelfall ideal, dem Kind zwei Stützen im Leben zu geben.

    Ich hoffe, die FDP kann gegen die Verweigerungsfront der Ewiggestrigen aus Grünen und CDU/CSU die dringend notwendigen (und von der EU schon angemahnten) Reformen durchsetzen.

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