Diversity? Nicht im öffentlichen Dienst

Die meisten Beschäftigten im öffentlichen Dienst wünschen sich mehr Vielfalt, aber Diversity-Maßnahmen gibt es kaum.

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Die meisten Beschäftigten im öffentlichen Dienst wünschen sich mehr Vielfalt, aber Diversity-Maßnahmen gibt es kaum.

Der öffentliche Dienst soll eigentlich besonders auf Vielfalt und Geschlechtergerechtigkeit achten. Nun stellt eine DGB-Studie fest: Nicht einmal die Hälfte der Dienststellen hierzulande bietet Diversity-Maßnahmen an.

Das hat eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des DGB ergeben. Demnach sagen nur 43 Prozent der befragten Beschäftigten aus dem öffentlichen Dienst, dass es an ihrem Arbeitsort solche Maßnahmen gibt.

Dabei sind mehr als Dreiviertel der Befragten (77 Prozent) der Befragten aufgeschlossen dafür. Besonders die Jüngeren unter 35 Jahren wollen mehr Vielfalt. Hier sprechen sich 82 Prozent davor aus.

„Die öffentlichen Arbeitgeber müssen mehr Förderprogramme für Chancengleichheit und ein diskriminierungsfreies Zusammenarbeiten auf den Weg bringen und dafür auch das notwendige Geld und Personal bereitstellen”, fordert Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende. Wer mehr Vielfalt schaffen möchte, muss allerdings in einen stetigen Prozess eintreten und regelmäßig überprüfen, ob es zu Diskriminierung (auch unbewusster) kommt.

Öffentliche Dienst sollte Vorbild sein

In einer älter und bunter werdenden Gesellschaft sei es wichtiger denn je, dass der öffentliche Dienst dies auch abbilde, so Hannack. Das sei auch wichtig angesichts der zunehmenden antidemokratischen Strömungen in der Gesellschaft. Hannack: “Der öffentliche Dienst sollte hier Vorbildcharakter haben. Das ist nicht nur eine Frage der Chancengleichheit, sondern auch im Interesse der öffentlichen Arbeitgeber, die auf unterschiedlichste Kenntnisse und Fähigkeiten angewiesen sind.”

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