Das Gesetz für Lohngerechtigkeit kommt

Künftig haben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Unternehmen ab 200 Beschäftigten ein Recht auf Auskunft darüber, wo sie innerhalb der Gehaltsstruktur liegen.

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Künftig haben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Unternehmen ab 200 Beschäftigten ein Recht auf Auskunft darüber, wo sie innerhalb der Gehaltsstruktur liegen.

Das Entgeltgleichheitgesetz – also Gesetz für Lohngerechtigkeit – ist heute vom Kabinett beschlossen worden. Damit ist ein wichtiger Meilenstein für mehr Gehaltsgerechtigkeit zwischen Männern und Frauen auf den Weg gebracht worden.

Das Gesetz sieht vor. dass Beschäftigte in Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten künftig einen Auskunftsanspruch haben, wo sie innerhalb der Gehaltsstruktur stehen. Das heißt: Männer wie Frauen erfahren künftig, wie hoch das durchschnittliche Gehalt vergleichbarer Kollegen ist – und erfahren so, ob sie zu wenig verdienen. Zum Vergleich wird eine Gruppe von mindestens sechs Mitarbeitern herangezogen. Außerdem sollen Arbeitgeber mit mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern regelmäßig über die Stand der Lohngleichheit  ab 200 Mitarbeitern sollen künftig Informationen darüber verlangen können, was vergleichbare Kollegen verdienen. Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern sollen zudem regelmäßig einen Bericht zum Stand der Lohngleichheit vorlegen.

Was das Gesetz hingegen nicht kann, ist ein Recht auf gleiche Bezahlung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu schaffen. Selbst wenn die Beschäftigten erfahren, dass sie schlechter bezahlt werden als andere Mitarbeiter, bleibt ihnen nur der Weg, individuell nachzuverhandeln. Es dürfte auch schwierig sein, die Benachteiligung als geschlechtsspezifische Diskriminierung zu argumentieren. Am Ende schafft das Gesetz letztlich nur ein Auskunftsrecht – mehr aber nicht. Insgesamt werden etwa 14 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von dem Gesetz profitieren. Ob es langfristig tatsächlich dazu führen wird, dass sich der Gender Pay Gap zwischen Männern und Frauen verringert, ist allerdings fraglich.

4,50 Euro pro Stunde weniger

Im Schnitt bekommen Frauen laut Statistischem Bundesamt 21 Prozent weniger Gehalt als Männer und verdienen durchschnittlich 4,50 Euro pro Stunde weniger. Wenn man herausrechnet, dass Frauen öfter in Berufen wie der Pflege oder dem Einzelhandel mit geringerem Lohnniveau arbeiten und öfter Teilzeit machen, bleiben noch sieben Prozent.

Frauenrechtlerinnen begrüßen die Einführung des Gesetzes dennoch. Das Bündnis FairPay heute etwa bezeichnet das Gesetz als Meilenstein. Eine der Initiatorinnen, Henrike von Platen, sagt dazu: “Das Gesetz schafft echte Transparenz in der Gehaltsstruktur großer und mittlerer Unternehmen. Millionen Beschäftigte können jetzt ganz konkret und individuell ermitteln, ob sie fair bezahlt werden.” Dies sei ein solider Rahmen, um sich gegen Lohnbenachteiligung zu wehren. “Frauen wie beispielsweise die ZDF-Reporterin Birte Meier müssen sich nicht mehr von Richtern anhören, Gehalt sei nun mal Verhandlungssache und Verschiedenheit gehöre dazu”, so von Platen.

Am 18. März findet bundesweit der Equal Pay Day statt – an diesem Tag erinnern Frauen daran, dass sie deutlich schlechter bezahlt werden als Männer.

Ein Kommentar

  1. Finde es beschämend, dass es dafür ein gesetz braucht. Es sollte selbstverständlich sein, dass man für die gleiche Tätigkeit das gleiche Geld erhält – egal welches Geschlecht man hat.
    Leider ist es noch nicht so. Wahrscheinlich brauchen die Firmen mehr Druck von den frauen, dass wir für uns einstehen und das Geld einfordern.
    Liebe Grüße
    Gabriele

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