Das Gehalt kommt ganz zum Schluss

Viele Bewerbenden wünschen sich früher im Rekruitingprozess Informationen über das Gehalt.

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Viele Bewerbenden wünschen sich früher im Rekruitingprozess Informationen über das Gehalt.

Viele Unternehmen sprechen im Rekruitingprozess erst am Ende über das Geld – obwohl sie oft wissen, dass die Gehaltsvorstellungen der Kandidatinnen und Kandidaten und ihre eigenen klar auseinanderklaffen.

Das stellt eine Studie des Recruiting-Dienstleisters Softgarden fest, über die Wirtschaftspychologie aktuell berichtet. An der Umfrage hatten sich 4.145 Bewerbernde beteiligt. Demnach gaben die Befragten an, dass sie oft erst sehr spät im Verfahren darüber informiert worden waren, was die Firmen bereit waren zu zahlen, obgleich sie selbst bereits Vorstellungen kommuniziert hatten.

Interessant dabei ist, dass jede und jeder Dritte angab, sie hätten gern schon per Anzeige mitgeteilt bekommen, was die Gehaltsvorstellungen der Unternehmen sind. Akademikerinnen und Akademiker wünschen sich dies dabei öfter (40 Prozent) als Fachkräfte ohne Hochschulabschluss. Tatsächlich trifft dies aber nicht einmal auf jede zehnte ausgeschriebene Stelle zu. Hierbei handelt es sich in der Regel um tariflich bezahlte Stellen, etwa an Hochschulen. Und ein Fünftel der Befragten gab an, dass über das Geld sogar erst nach dem ersten Jobinterview gesprochen worden sei.

Viele wünschen sich mehr Transparenz

Fast jeder Zweite – 44,3 Prozent – gab der Befragung zufolge an, erst im Nachhinein festgestellt zu haben, dass sie einen viel zu niedrigen Gehaltswunsch angegeben hatten, da dies in der Ausschreibung bereits gefordert gewesen war. Sie hätten sich daher ebenfalls gewünscht, mehr Informationen über die üblichen Gehälter in dem jeweiligen Unternehmen zu haben.

Einig waren sich viele Befragte, dass mehr Transparenz und Offenheit beim Gehalt positiv für das Arbeitgeberimage seien. Eine Firma, die sich hier offen zeigt, gilt als attraktiver. Und es ist ohnehin günstiger, weil Verfahren auf Grund des Entgelttransparenzgesetzes so schon im Vorfeld vermieden werden können.

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