Ziele erreichen mit 7 Gute-Laune-Loops

Ziele setzen, dran bleiben und diese auch erreichen!

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Ziele setzen, dran bleiben und diese auch erreichen!

Ob im Beruf oder privat – sich Ziele zu setzen und diese dann auch zu erreichen, ist nicht immer einfach, aber machbar. Susanne Nickel weiß, wie man seine Stärken und Schwächen bestimmen, aus Wünschen Ziele machen und nach den Sternen greifen kann.

Ein Gastbeitrag von Susanne Nickel

„Bis Ende des Jahres bin ich Projektleiterin.“ „Mein Ziel ist es, die beste Pasta der Stadt zu verkaufen.“ „Ich möchte ein Sabbatical-Jahr einlegen.“ „Ich will fließend Spanisch sprechen.“ Die eigenen Ziele zu finden, ist schon nicht so einfach. Den Weg dahin zu gehen, erweist sich jedoch als noch viel schwerer. Wir müssen unsere Komfortzone verlassen und unsicheres Terrain betreten. Meist stellen sich zudem noch kurzfristig unerwartete Hürden in den Weg.

Stehen Menschen vor einer heiklen Situation, läuft meist folgender Mechanismus ab: Es kommt ein negativer Reiz – der Kunde lehnt das Angebot ab, die Bewerbung kommt zurück, die gebuchte Online-Schulung taugt nichts. Unbewusst reagieren wir darauf erst einmal negativ mit Wut, Ärger, Verzweiflung, Traurigkeit, Frust. Das Problem dabei, negative Emotionen ziehen uns noch mehr runter. Sie halten uns davon ab, uns aufs Ziel zu fokussieren und dranzubleiben. Es ist also nötig, diese unbewusste Reaktion zu stoppen, beziehungsweise positiv zu beeinflussen. Das gelingt, indem wir bewusst eine Schleife, einen Loop für uns selbst einlegen. Denn dieser hilft uns, nicht in schlechte Laune abzudriften.

Sieben Gute-Laune-Loops

Ein Gute-Laune-Loop besteht immer aus drei Schritten: 1. Aufmerksamkeit und Achtsamkeit auf den Reiz richten. Nur, was wir bewusst erkennen, können wir verändern. 2. Einfluss auf den Reiz nehmen, Gute-Laune-Loop drehen und Handlungsspielraum schaffen. 3. Zurück zur Aufgabe.

1. Gute-Laune-Loop: Der Faulpelz-Schrittmacher
Der innere Faulpelz setzt alles daran, dass wir heute doch noch nicht loslegen, sondern lieber ein anderes Mal – wenn das Wetter schöner ist, wenn wir bessere Laune haben, wenn der Tag nicht so stressig ist. Unser Schweinehund bellt: Morgen ist auch noch ein Tag und hält uns von unserem Vorhaben ab. Unsere übliche Reaktion auf diesen Reiz: Nichtstun.

Dank Loop münzen wir die Reaktion nun um. Wir verweisen das Faultier auf die Ersatzbank und suchen und finden den ersten kleinen Schritt für unser Vorhaben. Dafür stellen wir uns eine Belohnung in Aussicht. Wir fokussieren uns aufs Hier und Jetzt. „Jetzt fange ich an zu laufen.“ „Jetzt räume ich die Wohnung auf.“ „Jetzt stoppe ich meine negativen Gedanken.“

2. Gute-Laune-Loop: Der Supercoach
Ein zweiter Geselle, der uns das Leben schwermacht: der innere Kritiker. Egal, was man auch tut, er weiß immer alles besser, ist rechthaberisch und unerbittlich. Führt dieser innere Pessimist das Wort, stellt sich sofort ein Minderwertigkeitsgefühl ein. Im Stress wertet der innere Kritiker uns ab, denn er will, dass wir perfekt sind. Das führt zu Frustration, Wut, Verzweiflung, Ärger. Wir denken: „Ich schaffe es nicht. Ich bin nicht genug.“

Es ist wichtig, diesen Reiz achtsam wahrzunehmen. Bei der Gute-Laune-Schleife fragen wir uns dann: „Was würde unser bester Freund oder unsere beste Freundin – unser Supercoach – zu uns sagen?“ Wir sammeln alles, was uns einfällt, und sagen es dann innerlich zu uns selbst.

3. Gute-Laune-Loop: Der wertschätzende Platzverweis
Wenn wir bemerken, dass der innere Kritiker uns in Stress und Überforderung versetzt, nehmen wir unseren Supercoach an die Hand und lassen ihn auf unserer Bühne inszenieren. So verweisen wir den inneren Kritiker wertschätzend auf einen Platz in der letzten Reihe unseres Theaters. Gespielt wird das Stück: Ich kann alles. Wir tun einfach so, als ob wir es könnten. Wir reden uns ein, dass wir stark sind. Wir imitieren unsere Vorbilder. Dieses gespielte Selbstvertrauen zieht Erfolg nach sich. Und Erfolg führt zu echtem Selbstvertrauen.

4. Gute-Laune-Loop: Der Überwindungsloop
Liegt eine besonders große Hürde in dem Weg, fällt das Durchhalten doppelt schwer. Schritt eins des Überwindungsloops: Wir überlegen uns verschiedene alltägliche Situationen, anhand derer wir das Überwinden üben wollen. Schritt zwei ist, gezielt über die eigenen Grenzen gehen. Mehr machen als geplant – zum Beispiel bei jedem dritten Mal eine Runde länger joggen, doch noch eine E-Mail schreiben, einen Artikel mehr lesen. Wer übt, negative Gefühle auszuhalten, wird bald zum Profi. Und dann heißt es: üben, üben, üben. Denn so fällt es leichter, sich zu überwinden. Diese Technik kann man bei verschiedenen Schritten zum Ziel anwenden.

5. Gute-Laune-Loop: Die Kraft der Kriegerin tanken
Herrscht im Büro Stress oder steht eine kniffelige Spanisch-Klausur an, ist Anstrengung vorprogrammiert. Wenn wir merken, dass wir kurz vorm Aufgeben sind, sind wir schon in Schritt eins des Gute-Laune-Loops Nr. 5. Jetzt braucht es die Kraft der Kriegerin – dabei ist unser Kriegeranteil tief in unserem Inneren. Um ihn zu spüren, ist es wichtig, dass wir ganz bei uns bleiben. Die Kraft finden wir, indem wir an etwas denken, das wir in unserem Leben bereits gemeistert haben. Oder wir stellen uns eine Situation vor, in der wir stark waren.

Gefolgt von tiefem Einatmen und kraftvollen Worten: Ich kann alles erreichen. Ich bin stark und voller Kraft. Ich werde zu jeder Zeit in jeglicher Hinsicht gefördert und bin voller Vertrauen. Dabei schreiben wir die Worte auf einen Zettel, um den Kraftsatz anschließend nutzen zu können. Am besten aufgehoben ist der Zettel im Portemonnaie, am Badspiegel oder einem Ort, an dem er uns häufig ins Auge fällt. Denn der Kraftsatz hilft uns, durchzuhalten, wenn es mal wieder anstrengend wird.

6. Gute-Laune-Loop: Psychohygiene mit dem Jammerstuhl
Manchmal ist einfach alles zu viel. Und man will einfach nur Dampf ablassen. Dafür hilft es, erst einmal die Anspannung, den Stress, den Druck genau wahrzunehmen. Im zweiten Schritt suchen wir einen Stuhl, der fortan als „Jammerstuhl“ dienen soll. Auf diesem Stuhl dürfen wir so lange jammern, wie wir wollen. Setzen wir uns, heißt es: Vollgas! Alles, aber auch alles raus lassen! Aber nur auf diesem Stuhl, nirgendwo sonst. Sobald wir aufstehen, hören wir auf zu jammern. Wenn uns wieder nach Jammern ist, begeben wir uns erneut auf den Stuhl. Doch nach dem Aufstehen hören wir wieder sofort auf und konzentrieren uns auf unsere To-Dos!

7. Gute-Laune-Loop: Das innere Kind abholen
Endspurt! Damit uns kurz vorm Ziel die Puste nicht ausgeht, ist es an der Zeit, mal wieder die Seele baumeln zu lassen. Der siebte Loop hilft, an kreative Ressourcen zu gelangen und zu bemerken, ob vielleicht eine Kontextkorrektur sinnvoll ist. Als Reaktion auf unser Gefühl aktivieren wir unser inneres Kind: Was könnte unserem inneren Kind guttun, tanzen, lesen, Musik, Bewegung? Finden wir die Antwort, folgen wir ihr und genießen unbeschwerte leichte Momente – um gut gerüstet mit Vollgas in Richtung Ziel durchzustarten.

Die digitale Transformation ist eine Menschentransformation. Aufgabe der Führungskräfte: den Spagat zwischen stabil und agil zu meistern. Genau hier setzt Susanne Nickel an. Als Change-Expertin arbeitet sie mit innovativen Methoden wie Lego® Serious Play®, Design Thinking, Canvas.

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