Wer Ruhezeiten nicht einhält, wird häufiger krank

Eine Unterschreitung der gesetzlichen Ruhezeiten macht auf Dauer krank.

Unsplash / Vladislav Muslakov

Eine Unterschreitung der gesetzlichen Ruhezeiten macht auf Dauer krank.

Wer die vorgesehenen Ruhezeiten häufiger nicht einhält, erkrankt öfter und leidet unter einer schlechteren Work-Life-Balance. Das stellt eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fest.

Zuletzt war viel über die gesetzlich vorgeschriebenen elf Stunden Ruhezeiten zwischen zwei Arbeitseinsätzen diskutiert worden. Arbeitgeber wollen hier eine Flexibilisierung und fordern, dass die Vorschrift aus dem Arbeitszeitgesetz abgeschafft wird, Gewerkschaften halten dagegen und argumentieren, dass die Vorschrift wichtig für den Gesundheitsschutz der Beschäftigten sei. Die BAuA hat in einer Publikation daher Forschungsergebnisse zusammengefasst, die Auskunft über die Auswirkungen von verkürzten Ruhezeiten geben. Demnach sind kürzere Pausen zwischen Arbeitseinsätzen umso schädlicher, je länger die Arbeitszeiten sind und je mehr Überstunden anfallen.

Ausgewertet worden waren Daten aus der BAuA-Arbeitszeitbefragung von 2017, eine repräsentative Befragung von Beschäftigten, in der auch erstmals Angaben zu Ruhezeiten und ihrer Einhaltung gemacht wurden. Rund 20 Prozent der Vollzeitbeschäftigten gaben hier an, dass sie mindestens einmal im Monat von einer Verkürzung betroffen seien. Am höchsten ist der Anteil im Gesundheitswesen: hier berichteten 39 Prozent der Beschäftigten, dass sie mindestens einmal im Monat weniger als elf Stunden Pause zwischen den Arbeitstagen hätten. Es zeigte sich auch, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer häufiger die Ruhezeiten unterschreiten in Betrieben, in denen sowieso sehr lange und viel gearbeitet wird. Zugleich wurde deutlich, dass diese Personen überdurchschnittlich häufig unter psychosomatischen Symptomen leiden, also unter Rückenschmerzen, Schlafstörungen oder emotionale Erschöpfung. Auch die Work-Life-Balance verschlechtert sich demnach deutlich. Auch scheint es kaum einen Unterschied zu geben, ob die Betroffenen körperlich schwer oder vor allem geistig arbeiten.

Weniger als elf Stunden Ruhe machen krank

Zwar wird bei der Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes immer wieder angeführt, dass die wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden nicht überschritten werden dürfe – die Arbeitseinsätze aber freier geplant werden sollen, jedoch legt der Bericht der BAuA dar, dass eher von Überstunden auszugehen ist, würde die Regelung gelockert werden.

Zudem gibt es heute schon viele Ausnahmen, etwa im Gesundheitswesen, in der Landwirtschaft oder beim Rundfunk. Auch durch Tarifverträge können Ausnahmen geregelt werden. Außerdem können abweichende Regelungen tarifvertraglich getroffen werden.

Die Studie der BAuA kommt zu der Empfehhlung, dass die heutige Regelung eingehalten werden muss – und dass bestehende Ausnahmen sogar strenger reguliert werden sollten.

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