„Wenn nicht jetzt, wann dann?“

„Ich bin einfach der Typ, der etwas Eigenes machen und eigene Entscheidungen treffen will", so Christina Syrbu.

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„Ich bin einfach der Typ, der etwas Eigenes machen und eigene Entscheidungen treffen will", so Christina Syrbu.

Christina Syrbu ist gerade einmal 21 Jahre alt, als sie sich selbstständig macht. Trotz aller Skepsis aus Familien- und Freundeskreis, geht sie ihren Weg. Und auch wenn es nicht einfach war, es hat sich gelohnt.

Um sich selbstständig zu machen, braucht es Lebens- und Berufserfahrung? Dass das so nicht stimmt, beweist Christina Syrbu. Mit 21 Jahren entscheidet sie sich, ihren Beruf als Werbefotografin hinzuschmeißen. Sie vollzieht eine Kehrtwende und eröffnet ihr eigenes Fitness-Studio speziell für Frauen – und das nicht etwa im Szeneviertel einer Großstadt, sondern im beschaulichen Stein bei Nürnberg mit gerade einmal 14.000 Einwohnern.

Und obwohl sie schon immer Fotografin werden wollte, merkt sie nach der Ausbildung, dass Wunsch und Wirklichkeit auseinanderklaffen. „Ich bin einfach der Typ, der etwas Eigenes machen und eigene Entscheidungen treffen will. Mein alter Beruf hat da einfach nicht gepasst“, so Syrbu.

Mit Franchise-Systemen ist der Einstieg leichter

Sie will sich selbstständig machen, weiß zunächst allerdings nicht, in welcher Branche. Sicher wusste sie nur, dass es ein Franchise-System sein soll. „Damit ist der Einstieg einfach leichter. Man ist nicht völlig auf sich gestellt und fängt nicht bei null an, sondern hat schon eine bekannte Marke, ein funktionierendes Konzept sowie Unterstützung. Gerade, wenn man Quereinsteiger ist, ist das hilfreich“, so die Unternehmerin.

Bei ihrer Suche stößt sie auf das Konzept der Frauen-Fitnesskette Mrs.Sporty und ist davon begeistert. „Sport und Gesundheit waren schon immer für mich wichtig. Außerdem hat mich die Idee überzeugt, Frauen einen geschützten Raum zu bieten, in dem sie trainieren können. Ich kannte das aus eigener Erfahrung. Wenn ich früher in Fitnessstudios war, waren da abends nur noch Männer. Wirklich wohlgefühlt habe ich mich da nicht. Das wollte ich anders machen.“

Unterstützung von Familie, Partner und Freunden

Als Standort entscheidet sie sich für Stein, einen kleinen Ort bei Nürnberg. „Stein kannte ich, weil ich ganz in der Nähe aufgewachsen bin. Ich habe mir bewusst einen beschaulichen Ort ausgesucht, dort kennt man sich und der Kontakt zu den Mitgliedern ist persönlicher. Das war mir wichtig.“

Unterstützt wurde Christina von ihrer Familie, ihrem Partner und Freunden. Wenn sie allerdings an die erste Reaktion ihres Vaters denkt, muss sie noch heute lachen. „Als ich ihm von meinem Plan erzählte, hat er erst einmal gefragt, ob ich das ernst meine. Meine Mutter hat es zwar nicht so direkt geäußert, aber auch sie war skeptisch. Trotzdem standen sie immer hinter mir. Und heute sind sie nur noch stolz auf mich.“

Auch wenn der Einstieg in die Selbstständigkeit mit einem Franchisepartner leichter ist, ein Selbstläufer ist es nicht. „Der Anfang war ziemlich schwierig. Gerade in einer kleinen Gemeinde wie Stein sind die Menschen bei Neuem immer etwas zögerlich, bevor sie sich darauf einlassen. Das heißt, man muss erst ein bisschen Überzeugungsarbeit leisten.“

Ungewissheit aushalten

Mit der Unterstützung von Mrs.Sporty und ihrem Freund baut sie den Club um, organisiert den Vorverkauf. „In dieser Zeit habe ich mich schon manchmal gefragt: Was machst du hier eigentlich? Aber ich glaube, durch diese Anfangszeit muss man sich erst einmal durchbeißen sowie die Ungewissheit aushalten.“

Im Dezember 2017 ist es dann soweit – Christina Syrbu öffnet die Türen ihres Mrs.Sporty-Clubs. „Es war eine große Erleichterung, als es endlich losging und ich gemerkt habe, dass es funktioniert!“ Seit der Eröffnung sind nun einige Monate vergangen und der Gründerin geht es richtig gut. In ihrer Rolle als Unternehmerin blüht sie auf. „Auch mein Umfeld hat bemerkt, dass ich mich positiv verändert habe. Ich bin lebendiger, offener und lache mehr.“

Erfolge gemeinsam feiern

Besonders die Arbeit mit den Menschen macht ihr Spaß. „Die meisten meiner Mitglieder kenne ich mittlerweile persönlich und man unterhält sich über Trainingsangelegenheiten hinaus. Auch ist es schön, Erfolge gemeinsam zu feiern.“ Ganz befreit von unangenehmen Aufgaben ist sie aber nicht. „Die Buchhaltung ist nach wie vor nicht so meins – aber das gehört nun mal dazu“, so Syrbu.

Ihr Alter findet Christina übrigens optimal für den Start in die Selbstständigkeit: „Später, wenn ich eine Familie haben möchte, ist es schwerer eine Selbstständigkeit aufzubauen. Da ist es besser, wenn das Unternehmen schon läuft. Deshalb habe ich immer gedacht, wenn nicht jetzt, wann dann?“

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