Weihnachtsgeld vor allem mit Tarifvertrag

Nur noch jeder Zweite erhält Weihnachtsgeld.

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Nur noch jeder Zweite erhält Weihnachtsgeld.

Auch in diesem Jahr kann sich wieder jede Zweite oder jeder Zweite über Weihnachtsgeld freuen. Einer neuen Umfrage der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zufolge erhalten 55 Prozent der Arbeitnehmer eine Sonderzahlung, das sind genauso viele wie im letzten Jahr.

Entscheidend ist dabei allerdings die Tarifbindung: In Betrieben mit Tarifvertrag bekommen 77 Prozent aller Beschäftigten Weihnachtsgeld, in Betrieben ohne Tarifvertrag sind es nur 42 Prozent.

Unterschiede gibt es je nach Region, Geschlecht und Arbeitszeit. So bekommen in Westdeutschland 56 Prozent und in Ostdeutschland 42 Prozent der Beschäftigten den Bonus. Männer (57 Prozent) erhalten die Sonderzahlung häufiger als Frauen (49 Prozent) und Vollzeitbeschäftigte (56 Prozent) häufiger als Teilzeitbeschäftigte (45 Prozent).

Auch bei den Branchen gibt es Unterschiede: 95 bis 100 Prozent eines Monatsgehaltes erhalten Beschäftigte im Bankgewerbe sowie in der Chemie-, Druck- und Süßwarenindustrie. Bei 80 Prozent liegt der Prozentsatz in der Versicherungsbranche. Deutlich weniger Geld als Weihnachtsbonus erhalten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einzelhandel (62,5 Prozent) und in der Metallindustrie (überwiegend 55 Prozent). Im öffentlichen Dienst schwanken die Prozentsätze zwischen 52 und 80 Prozent in Westdeutschland und 39 bis 60 Prozent in Ostdeutschland.

Weniger Weihnachtsgeld in Frauenbranchen

Beim Thema Tarifbindung liegt der Knackpunkt: Während in Westdeutschland noch 57 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in einem Unternehmen mit Tarifbindung tätig sind, arbeiten in Ostdeutschland 66 Prozent der Beschäftigten in einem tariflosen Betrieb. Das ist gleich doppelt nachteiligt: Erwiesen ist, dass die Löhne und Gehälter ohne Tarifvertrag niedriger ausfallen, auch viele Sozialstandards fehlen. Gewerkschafter fordern daher, dass die Tarifbindung wieder steigen muss.

An der Online-Umfrage beteiligten sich zwischen Oktober 2017 und Oktober 2018 mehr als 90.000 Beschäftigte.

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