Warum wir sinnlos unglücklich sind

Weil wir uns auf die falschen Dinge fokussieren, machen wir uns oft unnötig unglücklich.

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Weil wir uns auf die falschen Dinge fokussieren, machen wir uns oft unnötig unglücklich.

Die meisten Menschen haben ein auskömmliches Leben ohne existenzbedrohende Probleme. Warum wir das nicht genießen können, erklärt die Positive Psychologie.

Bis auf kleinere und größere Alltagssorgen haben sehr viele Menschen gerade in den westlichen Sozialstaaten keinen Anlass, dauerhaft unglücklich zu sein. Doch statt unser Glück zu genießen, ärgern wir uns über Alltäglichkeiten und machen uns unnötige Sorgen. Darüber, dass uns und unseren Angehörigen ein schwerer Schicksalsschlag widerfahren könnte, etwa. Darüber, dass im Job nicht alle Bemühungen fruchten. Oder über Kleinigkeiten am Partner oder an Freunden und Bekannten, die zu unnötigen Streitereien führen. Und überhaupt – uns selbst fällt alles doppelt so schwer, während anderen vieles sehr viel leichter gelingen scheint. Das Gras auf der anderen Seite ist eben immer grüner.

Aber warum ist das so? Warum fokussieren wir uns auf das Negative und konzentrieren uns auf das, was nicht reibungslos klappt? Warum machen wir uns unnötigerweise selbst unglücklich? Wie man mehr Zufriedenheit erreicht, damit beschäftigt sich unter anderem auch die positive Psychologie, mittlerweile eine anerkannte Strömung der Psychologie. Seit den fünfziger Jahren beschäftigen sich Psychologen statt mit dem psychischen Leiden der Menschen mit den positiven Emotionen und psychischen Zuständen.

Seit den neunziger Jahren erfährt die positive Psychologie nicht zuletzt durch das Entstehen der ebenfalls positiv ausgerichteten Coachingbranche und dem Trend der Lebensberatungen einen regelrechten Boom. Interessant sind in vielerlei Hinsicht aber die vielfältigen wissenschaftlichen Studien, die diesen Ansatz verfolgen. Und demnach gibt es vor allem zehn Hauptursachen dafür, dass viele Menschen sich nicht so zufrieden und glücklich fühlen, wie sie eigentlich könnten.

Grund Nummer 1: Man hat unrealistisch hohe Erwartungen – und wird enttäuscht, wenn nicht alles reibungslos verläuft. Bestes Beispiel: ein harmonisches Weihnachtsfest mit der Familie. Gibt es in den seltensten Fällen, weil immer jemand schlechte Laune hat oder es irgendwie stressig wird.

Grund Nummer 2: Man hält sich grundlos für etwas ganz Besonderes. Zwar spricht nichts gegen ein starkes Selbstbewusstsein – wer sich aber für Außergewöhnlich hält, wird meist dann enttäuscht, wenn andere das nicht so sehen und den vermeintlich Außergewöhnlichen ganz normal behandeln.

Grund Nummer 3: Man hält die falschen Werte für die einzig richtigen. Wer etwa nur dem Geld hinterherläuft, wird in der Regel dann enttäuscht, wenn sich einmal im Leben zeigt, dass Geld nicht alles ist.

Grund Nummer 4: Man gewöhnt sich an das, was man erreicht hat – und will immer mehr. Sicherlich spornt es an, immer nach Neuem zu streben und sich hohe Ziele zu setzen – wer aber dabei aus den Augen verliert, was bereits erreicht wurde, verliert die Verhältnismäßigkeit. Besser ist es, sich an dem Erreichten zu erfreuen.

Nicht von anderen erwarten, dass sie uns glücklich machen

Grund Nummer 5: Man erwartet von anderen, dass sie einen glücklich machen. Wer vom Partner, der Familie oder Freunden erwartet, dass sie für das persönliche Glück zuständig sind, der macht sich nicht nur abhängig von anderen – das Risiko ist auch groß, enttäuscht zu werden, wenn diese Dritten andere Prioritäten setzen.

Grund Nummer 6: Man fürchtet die Enttäuschung und strebt daher gar nicht erst nach Glück. In der Erwartung, sowieso nicht gewinnen zu können, versuchen viele Menschen erst gar nicht, ihres eigen Glückes Schmied zu werden. Ob Partnersuche oder Suche nach dem Traumjob – wer gar nichts erst wagt, kann zwar auch nicht verlieren. Aber er schließt eben auch im Vorfeld schon ein paar Chancen aus.

Grund Nummer 7: Sich mit Pessimisten umgeben. Unzufriedenheit wird psychologischen Untersuchungen zufolge häufig noch von außen verstärkt. Wer sich viel mit negativ denkenden Menschen umgibt, wird sich also seltener über auch positive Nachrichten freuen. Denn wenn das direkte Umfeld sofort daran etwas Schlechtes sieht oder mögliche Sorgen und Zweifel aufwirft, fällt der positive Blick umso schwieriger.

Glück ist kein natürlicher Dauerzustand

Grund Nummer 8: zu glauben, dass Glück und Zufriedenheit der natürliche Zustand seien. Glücklich sein zu können und sich zufrieden zu fühlen, sind innerliche Zustände – und sie sind leicht vergänglich. Das merkt man spätestens, wenn das Schicksal wirklich zuschlägt und man sich ernsthafte Sorgen um die eigene Gesundheit, um Freunde und Angehörige machen muss – oder einen geliebten Menschen verliert. Aber auch Menschen in Trauer können sich zufrieden fühlen. Man sollte aber nicht davon ausgehen, dass dies der natürliche Zustand ist, denn dann kann man diesen auch nicht wertschätzen.

Grund Nummer 9: anzunehmen, dass auf etwas Gutes immer etwas Schlechtes passieren wird. Manche vermeintlich Schicksalsgläubige gehen fest davon aus, dass sich Gutes und Schlechtes abwechselt – und sie verfallen daher in Zweifel und Sorge, sobald ihnen etwas Gutes passiert. Weil sie befürchten, dass ihnen als nächstes etwas Schlechtes widerfahren könnte, sind sie nicht in der Lage ihr Glück zu genießen. Das mindert aber nur die Lebensqualität.

Grund Nummer 10: seine eigene Leistung nicht wertzuschätzen. Wer seine Erfolge immer nur äußeren Faktoren wie dem Zufall oder Glück zuschreibt, der spricht sich nicht nur selbst die Kompetenz ab. Er ignoriert auch die eigene Leistung. Glücklich macht, seine eigene Arbeit wertzuschätzen – dann kann man auch gelassener auf Herausforderungen blicken, weiß man doch, was man schon geleistet und gemeistert hat.

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