Warum Mitarbeiterinnen kündigen

Mangelnde Wertschätzung führt am häufigsten dazu, dass Beschäftigte kündigen.

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Mangelnde Wertschätzung führt am häufigsten dazu, dass Beschäftigte kündigen.

Jobfrust hat meist eine Ursache und die heißt Chef. Leider auch in der weiblichen Form. Denn nichts macht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unglücklicher als wenn ihre Leistungen nicht wertgeschätzt werden.

Da muss man nicht mal die jährliche Gallup-Studie kennen, die immer wieder aufs Neue feststellt, dass es den Beschäftigten hierzulande vor allem an einem mangelt: an Lob für ihr Engagment.

Gestern lief dieser sehr lesenswerte Beitrag aus der Huffington Post durch meine Timeline: Neun Gründe, warum Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kündigen. Ich würde hier noch einige geschlechtsspezifische Ergänzungen machen, finde es aber rundherum ansonsten gelungen. Alle Chefinnen sollten das Stück lesen und sich möglichst gut abspeichern – denn wenn sie diese neun Fehler vermeiden, dürfte das deutlich zu weniger Fluktuation beitragen!

Intellektuelle Unterforderung? Kündigungsgrund

Demnach ist Frustursache Nummer 1 eine zu starke Belastung der Beschäftigten. Man muss keine Arbeitnehmervertreterin sein, um zu wissen, dass in vielen Unternehmen die Arbeitslast zu groß und die Personalstärke zu klein ist. Wem dann die reale Belastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter egal ist und permanent ein Superprioritätsprojekt nach dem nächsten ausruft, muss sich nicht wundern, wenn spätestens nach der Entfristung der Krankenstand im Team steigt und steigt.

Ursache Nummer 2 und 3 schließen gleich daran an: Führungskräfte, die Einsatz nicht erkennen und gute Arbeit nicht belohnen und denen die Beschäftigten egal sind, können davon ausgehen, dass das Team bald ähnlich denken wird. Der eine geht in die innere Kündigung, die andere verlässt das Unternehmen, sobald sie kann. Ebenso erzeugt Frust, wenn Führungskräfte Versprechungen nicht einhalten. Aber mehr noch, wenn sie die falschen Leute befördern. Hand aufs Herz: Wer hat das nicht mindestens mehrfach in seiner Berufslaufbahn erlebt? Da werden die Schleimer und Poser auf Posten gehievt, auf denen sie am Peter-Prinzip scheitern. Oft Männer, die mit einem Karrierehabitus schon als Praktikant vom Chef die Füße geküßt bekommen und die gerne fremde Ideen als ihre verkaufen. Und die Fleißigen und Talentierten – zumeist die Frauen – gehen leer aus.

Karriere in der Einbahnstraße

Die Huffington Post sieht zudem darin einen Fehler, wenn Führungskräfte ihre Beschäftigten nicht erlauben, ihren Leidenschaften nachzugehen. Zumindest, wer Steine in den Weg bekommt, ist sehr schnell nicht mehr dazu bereit, sich gegenüber dem Arbeitgeber vollends loyal zu zeigen. Wer außerdem stetig unterfordert ist (etwa auf Einbahnstraßen-Positionen ohne Aufstiegschancen) und nicht kreativ sein darf, wird früher oder später Frust schieben. Bleibt noch mangelndes Verständnis des Chefs oder der Chefin – was ja wohl die Hauptursache für so viel Führungsinkompetenz ist. Gründe 6 bis 9, warum Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kündigen.

Man könnte noch die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf ergänzen und dass Frauen nach wie vor gegen Geschlechterklischees ankämpfen müssen, während Männer mit diesen Karriere machen.

Da bleibt nur der fromme Wunsch zum Jahresanfang: Machen wir es als Chefinnen einfach besser!

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