Warum eine niederländische Universität eine 100-Prozent-Frauenquote hat

Eine niederländische Hochschule hat eine 100-Prozent-Frauenquote eingeführt.

Unsplash / Jessie Orrico

Eine niederländische Hochschule hat eine 100-Prozent-Frauenquote eingeführt.

Die TU Eindhoven vergibt Jobs nur noch an Frauen. Das berichtet Spiegel Online. Wir klären, was es damit auf sich hat.

Nicht nur deutsche Technische Hochschulen sind reinste Männerbastionen, auch in den Niederlanden ist es ähnlich. So auch an der TU Eindhoven. Um das Geschlechterverhältnis – heute beträgt der Frauenanteil nicht einmal 20 Prozent – zu verändern, hat das Rektorat entschieden, alle frei werdenden Lehrstellen mit Frauen zu besetzen. Zielsetzung ist, mindestens 150 leere Stellen mit Wissenschaftlerinnen zu besetzen.

Leer bleiben die Stellen aber auch nicht. Nur wenn wirklich keine Bewerberin gefunden werden kann, werden auch Männer eingestellt. Und zwar hat sich die Uni dafür eine Frist von sechs Monaten gesetzt.

Um mehr Frauen anzuziehen, soll es zusätzliche Anreize geben – so plant die TU jeweils 100.000 Euro für Forschungsprojekte obendrauf, was den Wechsel nach Eindhoven erleichtern soll.

Bevorzugung ist unter bestimmten Umständen erlaubt

Klagen wegen Diskriminierung befürchtet die TU nicht. Denn nach europäischem Recht dürfen Universitäten bevorzugt aus Bevölkerungsgruppen rekrutieren, die sonst unterrepräsentiert sind. “Das ist an unserer Universität klar der Fall. An zwei Universitäten in den Niederlanden gibt es ähnliche Programme, unter anderem an der Universität in Groningen. Die gehen zwar nicht ganz so weit wie wir, wurden aber getestet und zugelassen”, so der Rektor im Interview mit Spiegel Online.

Wir finden: eine drastische, aber gute Idee.

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