Von wegen New Work

Schöne neue Arbeitswelt: Wie verändert New Work die Arbeitswelt? Das hat ein neues Buch untersucht.

Unsplash / Christin Hume

Schöne neue Arbeitswelt: Wie verändert New Work die Arbeitswelt? Das hat ein neues Buch untersucht.

New Work und Hyperagilität lauten die neuen Schlagwörter der Arbeitswelt. Doch hinter vermeintlich innovativen Konzepten stehen ganz alte Ideen.

Das berichtet die Wirtschaftwoche über eine Untersuchung von Stepfanie Bathen und Ingo Rütten, die die neue Arbeitskultur auf ihrem Blog Workstyles genauer analysiert haben und aus dem nun ein Buch entstanden ist. Ist sie wirklich frei von erdrückenden Strukturen, unsinnigen Hierarchien und selbstbestimmter?

Der Strategieberater Ingo Rütten und die Beraterin für Gesundheitsmanagement Stefanie Bathen haben ein Jahr lang Unternehmen in acht Städten und aus sechs europäischen Ländern untersucht und sich angeschaut, wie New Work praktiziert wird. Sie sprachen mit agil arbeitenden Soloselbständigen, Gründern und Unternehmen und machten auch den Selbstversuch: Trägt die Hyperagilität dazu bei, dass Menschen sich den Anforderungen der Wirtschaft um jeden Preis anpassen müssen oder schafft sie Raum, dass sich Arbeit auch den Bedürfnissen der Menschen anpassen kann? Die Erkenntnis: Es gibt nicht die eine Antwort, sondern viele individuelle Lösungen – ob Arbeitsort, Arbeitszeit oder Unternehmensstruktur, wie die Wirtschaft agile Prozesse einbaut und auf die Digitalisierung reagiert, das ist so komplex wie die Arbeitswelt.

Unternehmen hören wieder auf ihre Mitarbeiterinnen

 

„Hyperagilität, also extreme Anpassung der Arbeit an die Menschen, die sie verrichten, ist etwas, das überall passiert, egal in welchem wirtschaftlichen Umfeld“, zitiert die Wirtschaftswoche Rütten in einem Fazit.

New Work definiere sich demnach als Gegenentwurf zu Struktur, Vorgaben und Führung. Und viele, die ihr anhängen, verständen sich einerseits als Einzelkämpfer, seien aber andererseits auch auf der Suche nach einer “Heimat”, heißt es in dem Artikel. Das erklärt etwa, warum in Coworking-Spaces regelrecht althergebrachte Bürostrukturen entstehen, inklusive Gemeinschaftsregeln für das Großraumbüro.

Ein überraschendes Fazit ist auch: Unternehmen nehmen den Geist der New Worker ernst und versuchen, wieder stärker auf ihre Beschäftigten zu hören. “Getrieben sind die Unternehmen dabei zum Teil von der Erkenntnis, dass sie für die Veränderungen durch die Digitalisierung genau die extrem anpassungsfähigen Mitarbeiter brauchen werden, weil sie von ihnen profitieren – und die Kundschaft es auch verlangt”, heißt es in dem Artikel. Und so könnte gerade der Aufbruch in hyperagile Strukturen letztlich eine Rennaissance der betrieblichen Mitbestimmung bedeuten.

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