Urlaubsvertretung? Gibt’s nicht mehr

95 Prozent der Angestellten machen einer Studie zufolge Überstunden, um Kollegen zu vertreten.

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95 Prozent der Angestellten machen einer Studie zufolge Überstunden, um Kollegen zu vertreten.

Arbeiten Sie auch möglichst viel vor, damit Sie in Urlaub gehen können und Ihre Kollegen nicht die gesamte Arbeit für Sie mit miterledigen müssen? Oder stehen Sie vielleicht selbst vor der Herausforderung, Ihre Kollegen mitvertreten zu müssen.

Einer aktuellen Studie der Plattform Upwork zufolge übernehmen 95 Prozent der Angestellten die Aufgaben ihrer Kollegen, wenn diese Urlaub haben. Vertretungen gibt es in den meisten Unternehmen kaum. Vielmehr erwarten die meisten Arbeitgeber, dass die Arbeit von den anderen Teammitgliedern aufgefangen werde, heißt es in der Studie. Mehr noch: Bis zu acht Überstunden in der Woche – immerhin ein voller Arbeitstag – kommen für viele Beschäftigten so zustande.

Um die Mehrarbeit zu kompensieren, verzichtet der Studie zufolge jeder Zweite auf die Mittagspause und osst lieber am Platz. 79 Prozent der Befragten gaben an, dass sie abends länger blieben. Und immerhin noch 44 Prozent würden Arbeit mit nach Hause nehmen oder am Wochenende noch einige Aufgaben verrichten.

Jeder Dritte fühlt sich sogar durch den Urlaub der Kollegen bei der Arbeit stark beeinträchtigt. Dadurch leidet das Betriebsklima. Immerhin jeder Zwölfte ist durch die angespannte Personalsituation so unzufrieden, dass er oder sie über einen Jobwechsel nachdenkt.

Befragt wurden 1.102 Vollzeitbeschäftigte mit Bürojobs. Die Studie verdeutlichlicht, wie eng die Personaldecke in vielen Unternehmen heute geplant ist. Passenderweise hat der Auftraggeber der Untersuchung eine Lösung parat: Über Upwork kann man Freelancer für kurzfristige Aufträge anheuern. Ein Beschäftigungsmodell, das nicht unbedingt sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse fördert.

Mein Rat an Führungskräfte daher lautet: Wer eine derartige Überlastsituation bei seinen Mitarbeitern während der Urlaubszeit bemerkt, sollte besser bei den kommenden Budgetverhandlungen im Herbst darauf drängen, dass neue Stellen geschaffen werden.

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