Unternehmen fehlt es an Strategie für mehr Gleichberechtigung

Frauenrunden sind eher Ausnahmen: Die meisten Führungskräfte in Deutschland sind noch immer männlich.

Unsplash / Rawpixel

Frauenrunden sind eher Ausnahmen: Die meisten Führungskräfte in Deutschland sind noch immer männlich.

Natürlich hätten Frauen und Männer die gleichen Karrierechancen, glauben deutsche Manager. Doch konkret fehlt es vielen Unternehmen an einer Strategie – und nach wie vor an Frauen in Führungspositionen, zeigt eine neue Studie.

Nach einer neuen Umfrage der Initiative Chefsache, der verschiedene Unternehmen angehören, glauben viele Führungskräfte in deutschen Unternehmen mehrheitlich, dass Männer und Frauen die gleichen Chancen im Unternehmen haben. Konkrete Förderpläne fehlen indes. Für die Studie wurden 400 Führungskräfte befragt.

Zwar ist Mehrheit der Befragten (68 Prozent) davon überzeugt, die Talententwicklung in ihrem Unternehmen biete Frauen und Männern gleiche Karrierechancen. Allerdings gab weniger als ein Drittel (29 Prozent) an, dass es in ihrem Unternehmen standardisierte Kriterien gibt, mit denen Talente identifiziert und in passende Positionen befördert werden.

In nicht einmal der Hälfte der Betriebe gibt es ein systematisches Talentmanagement, bei Arbeitgebern mit weniger als 500 Beschäftigten war es sogar nur jedes dritte Unternehmen. knapp 32 Prozent. Selten kommt es auch vor, dass die Unternehmen Daten auswerten, um den Stand der Gleichberechtigung auch statistisch in ihrem Betrieb zu analysieren.

Und so scheinen viele Aussagen zur Geschlechtergerechtigkeit eher Lippenbekenntnisse zu sein als echte Meilensteine.

Gleichzeitig ergab die Befragung, dass Führungskräfte vor allem diejenigen Talente fördern, die ihnen selbst in Bezug auf Geschlecht, Herkunft, Alter und Ausbildung am ähnlichsten sind. Auf Vielfalt bei der Zusammenstellung der Teams oder bei Beförderungen achtet lediglich jeder fünfte der Befragten. 27 Prozent der Führungskräfte gaben an, Geschlechtervielfalt sei eines der zehn wichtigsten strategischen Ziele der Unternehmensleitung.

Und trotzdem: Schaut man sich den Frauenanteil in Führungspositionen in der Wirtschaft an, zeigt sich das bekannte Bild. Manager in Deutschland sind vor allem genau das: Manager und eben nicht Managerinnen.

Passend zum Thema