Ungleichheit so groß wie seit 1913 nicht mehr

Die Ungleichheit zwischen Armen und Reichen ist so groß wie seit 1913 nicht mehr.

Urfan Hasanov / Unsplash

Die Ungleichheit zwischen Armen und Reichen ist so groß wie seit 1913 nicht mehr.

Die Weltwirtschaft brummt. Doch das Wachstum kommt bei den Armen nicht an. Seit 1980 geht die Schere Ökonomen zufolge weltweit auseinander.

Die Ungleichheit zwischen Armen und Reichen wird in Deutschland immer größer – und hat in etwa die Ausmaße von vor hundert Jahren erreicht. Im Jahr 2013 kamen die zehn Prozent, die zu den Bestverdiener zählen auf 40 Prozent des Gesamteinkommens, die ärmeren Bevölkerungsschichten – also Klein- un Mittelverdiener, die immerhin gut 50 Prozent der Bevölkerung ausmachen – dagegen kommen gerade einmal auf 17 Prozent. In den sechziger Jahren war das noch anders: Damals gehörte der unteren und mittleren Schicht immerhin ein Drittel des Einkommenvermögens.

Somit entsprechen die heutigen Verhältnisse in etwa denen im Jahr 1913, hat der bekannte Ökonom Thomas Piketty untersucht. Er und sein Team werteten Daten unter anderem aus Einkommenssteuerdaten aus vielen Ländern der Welt aus.

In Europa ist das Gefälle noch niedrig

Weltweit ist die Ungleichheit noch größer geworden. Das betrifft vor allem die Schwellen- und Entwicklungsländer. Demnach konnte das oberste Prozent der Einkommensbezieher mehr als doppelt so stark vom Wirtschaftswachstum profitieren wie die untere Hälfte. Wenig profitiert hat aber auch die Mittelschicht – und das in den meisten westlichen Ländern.

Immerhin: In der EU ist das Gefälle mit noch am geringsten. Deutlich heftiger sieht es in den USA aus, wo die Schere sehr viel stärker als in Europa aufgegangen ist. Ebenso in der arabischen Welt, aber auch in Asien und Russland.

Schreiben Sie uns einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Passend zum Thema