SPD will sich für Recht auf Homeoffice einsetzen

Die SPD will ein persönliches Arbeitszeitkonto für jeden einführen, das über ein Berufsleben lang über Arbeitgeber hinweg geführt werden kann.

Unsplash / LYCYS LYCS

Die SPD will ein persönliches Arbeitszeitkonto für jeden einführen, das über ein Berufsleben lang über Arbeitgeber hinweg geführt werden kann.

Die SPD hat ein Konzept für einen neuen Sozialstaat vorgelegt. Darin sprechen sich die Sozialdemokraten auch für ein Recht auf Homeoffice aus.

Demnach wollen die Sozialdemokraten, dass jeder das Recht hat, von zu Hause aus zu arbeiten. “Wir werden ein Recht auf mobiles Arbeiten und Homeoffice gesetzlich verankern, damit mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von den digitalen Vorteilen profitieren können”, heißt es dem Bericht zufolge in dem Papier.

Damit Beschäftigte aber nicht über Gebühr belastet werden, fordert die SPD auch ein Recht auf Nichterreichbarkeit. Ferner entwickelt die Partei in dem Papier die Idee von einem Persönlichen Zeitkonto, das sich an tariflichen Vorbildern orientiert und von Arbeitgeber zu Arbeitgeber mitgenommen werden kann. Auf diesem Zeitkonto sollen Überstunden angesammelt werden, die durch den Staat für besonders förderungwürdige Zwecke aufgestockt werden können. So wären Zeiten für Weiterbildungen, aber auch Care-Arbeit besser möglich – auch die Vorbereitung für eine Unternehmensgründung könnte so erleichtert werden.

Persönliches Arbeitszeitkonto für jeden

Das Positionspapier der Partei sieht auch vor, dass es ein Recht auf Weiterbildungen geben soll und die Bundesagentur für Arbeit zu einer Agentur für Arbeit und Qualifizierung fortentwickelt wird. Zudem will die SPD Plattformen wie etwa Uber zu Arbeitgebern machen – und die Plattformen damit zu ihrer sozialen Verantwortung zwingen. Auch soll die Tarifbindung und die Sozialpartnerschaft wieder gestärkt werden, tarifgebundene Arbeitgeber etwa Steuererleichterungen erhalten.

Generell sieht das Papier einen Paradigmenwechsel vor: Menschen sollen generell ein Recht auf Arbeit haben, der Sozialstaat soll nicht von demjenigen aus denken, der ihn missbrauchen könnte – sondern von denjenigen, die ihn brauchen. Über das Konzept, das nur ein erster Aufschlag für eine umfassende Reform des Sozialstaats sein soll, will die Parteispitze an Wochenende bei ihrer Klausurtagung in Berlin beraten.

Passend zum Thema