So viel Führungsfrauen wie noch nie

Erstmals gibt es mehr als 30 Prozent Führungsfrauen, zeigen vorläufige Daten des Women-on-Board-Index.

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Erstmals gibt es mehr als 30 Prozent Führungsfrauen, zeigen vorläufige Daten des Women-on-Board-Index.

Erstmals beträgt der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der börsennotierten Unternehmen in Deutschland über 30 Prozent. Doch ein richtiger Grund zum Feiern ist das aber noch nicht.

Denn das Wachstum geht nur sehr langsam voran und auch nur in bestimmten Bereichen. Das zeigt eine erste vorläuge Auswertung des neuesten Women-on-Board-Index  des Vereins Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR). Demnach ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen drei Jahre nach Inkrafttreten der Frauenquote am 1.01.2016 auf 30,3 Prozent gestiegen, in den Vorständen der im DAX, MDAX, SDAX und TecDAX sowie der im Regulierten Markt notierten, voll mitbestimmten Unternehmen stieg er auf durchschnittlich 8,6 Prozent. Bei den nicht der Quote unterliegenden 84 Unternehmen liegt der Frauenanteil im Aufsichtsrat nur bei 23 Prozent, im Vorstand bei 7,9 Prozent. Allerdings sieht es da, wo keine Quote existiert, ganz anders aus. Im Mittelstand etwa gibt es zahllose Unternehmen, die auf Führungsebene noch komplett frauenfrei sind. Und selbst mit Quote rücken Frauen eher auf die Positionen auf, in denen die Arbeitnehmervertreter einen freien Posten zu besetzen haben – aber nicht die Anteilseigner.

Führungsfrauen sind anscheinend gut fürs Klima

„Der Frauenanteil steigt vor allem in den wenigen Unternehmen, die der Quote unterliegen. Eine Ausweitung der festen Quote wäre ein wichtiger Schritt, um die Stärkung der gleichberechtigen Teilhabe in der Wirtschaft weiter zu beschleunigen“, erklärt FidAR-Präsidentin Monika Schulz-Strelow.

Immerhin: Wie eine exklusive Untersuchung der Bewertungs-Plattform kununu und FidAR zeigt, haben mehr Führungsfrauen auch ein einen Einfluss auf ein besseres Betriebsklima: Wie Daten von kununu zeigen, bewerten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Arbeitgeber in der Tendenz positiver, wenn Frauen im Vorstand sind.

Eine detaillierte Auswertung soll es im ersten Quartal geben, dann werden auch die endgültigen Daten für den neuen WoB-Index veröffentlicht.

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