Selbstständig sein? Lieber nicht!

Frauen sind zurückhaltender, wenn es darum geht, sich selbstständig zu machen.

Unsplash / Georgie Cobbs

Frauen sind zurückhaltender, wenn es darum geht, sich selbstständig zu machen.

Die eigene Chefin sein, mit allen Freiheiten und vollem Risiko? Kommt für immer weniger Menschen infrage. Das zeigt eine neue Studie für ganz Europa.

Der Schritt in die Selbstständigkeit – eine Karriereoption? Nicht für viele Beschäftigte, zeigt eine neue Studie. Demnach erwägen nur 15 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sich selbstständig zu machen als echte Alternative zum Angestelltendasein. Das sind elf Prozent weniger als nur vor zwei Jahren. Das stellt die ADP Workforce View Europe 2019 fest, eine Studie des Beratungsunternehmen ADP, das sich vor allem auf HR-Themen spezialisiert hat.

Die Untersuchung zeigt auch: Nahezu die Hälfte der europäischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (47 Prozent) wollen gar nicht selbstständig sein. 2017 waren es nur jede und jeder Dritte. Ein Wert, der mit der guten Lage am Arbeitsmarkt korrespondiert: Viele Studien haben bisher gezeigt, dass Menschen in wirtschaftlich guten Zeiten weniger Bereitschaft haben, sich selbstständig zu machen. Ist die Arbeitslosigkeit hingegen hoch, erwägen mehr Personen eine freiberufliche Tätigkeit – sie ist dann aber eher eine Alternative zu einer befürchteten oder auch tatsächlichen Arbeitslosigkeit.

Dass auch hier die gute Konjunktur eine Rolle spielen könnte, legt noch ein anderes Ergebnis nahe: Mehr als ein Viertel der Befragten glaubt, dass sie den Rest ihrer beruflichen Laufbahn in ihrem Unternehmen verbringen werden. Das sind zwei Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr.

Frauen wollen eher wechseln

Dabei gibt es aber einige Unterschiede nach Ländern, denn für die Untersuchung wurden über 10.000 Beschäftigte in acht europäischen Ländern befragt, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich.

Besonders lange Bindungen wollen demnach die Deutschen eingehen. Nur jede oder jeder zehnte deutsche Befragte gibt an, dass sie oder er binnen des nächsten Jahres den Job wechseln wird. Die Frauen sind dabei etwas wechselwilliger:  12,30 Prozent von ihnen – und damit doppelt so viele wie bei den Männern mit 6,53 Prozent – wollen nur maximal ein Jahr im aktuellen Unternehmen bleiben. Dagegen will jede und jeder Dritte bis zur Rente in der jeweiligen Firma verbleiben.

Bei dem Schritt in die Selbstständigkeit sind Frauen aber zurückhaltender als Männer. Auch das korrespondiert mit bekannten Studienergebnissen. So liegt die Zahl der Gründerinnen seit jeher unter der Zahl der Gründer.

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