„Sei wild, frech und mutig“

missMEDIA

"In jedem Job gibt es Hürden, die größte Hürde aber ist man oftmals selbst", so Monika Affenzeller.

Angefangen hat für Monika Affenzeller alles mit einem Praktikumsplatz in der “miss”-Redaktion. Mittlerweile ist sie seit fünf Jahren miss-Chefredakteurin und seit über einem Jahr auch Geschäftsführerin der “missMEDIA GmbH”. Einfach war es jedoch nicht: Als die Journalistin bei „miss“ auf den Chefsessel kommt, strauchelt das Magazin. Gemeinsam mit ihrem Co-Geschäftsführer Jochen Hahn führt sie die „miss“ so erfolgreich ins digitale Zeitalter, dass der Erfolg innerhalb des Verlags als Paradebeispiel für digitale Weiterentwicklungen gilt.

 

die Chefin: Warum machen Sie, was Sie machen?

Monika Affenzeller: Da ich schon immer ein neugieriger Mensch war, zudem sehr früh in Kontakt mit Medien gekommen bin und noch dazu gerne schreibe, habe ich bei „miss“ meinen Traumjob gefunden! Im Team mit ausschließlich jungen Menschen zu arbeiten, alle Wege neu zu denken und die Arbeit als ständige Veränderung zu sehen, beflügelt mich jeden Tag auf’s Neue. Was früher das Zeitungslesen mit den Eltern war, ist heute für mich morgens meine News-Timeline auf Facebook. Was früher das Nachrichtenschauen im TV und das anschließende diskutieren mit meinem Opa war, ist heute für mich die Community auf Social Media. Eines aber ist geblieben, das bewusste Lesen von Print-Titeln – einfach mal zurücklehnen und die Geschwindigkeit drosseln.

Die unterschiedlichen Tempi und die vielschichtigen Möglichkeiten des Medienkonsums finde ich privat und beruflich extrem spannend. Die Begeisterung für meine Arbeit ist es auch, weshalb es für mich nicht negativ ist, dass sich Berufliches mit Privatem mischt – im Gegenteil. Durch Gespräche mit Freunden oder auch Reisen entstehen neue Impulse und Sichtweisen, die immer in Ideen für die „missWORLD“ münden.

die Chefin: Wurden Sie auf Ihrem Weg unterstützt?

Affenzeller: Meine gesamte Familie hat mir vorgelebt, sich mit Inhalten bewusst auseinanderzusetzen, sich eine eigene Meinung zu bilden und Fragen zu stellen, die auch mal unangenehm sein können. Ferner war mein Deutschprofessor ein wichtiger Impulsgeber für meine jetzige Medienarbeit. Schon früh haben wir uns in Kommentaren und Qualitätsmedien-Diskussion geübt, was für mich der Grund war, in diese Branche zu gehen.

In meiner Praktikumszeit hatte ich zudem das Glück, gute Chefs zu haben, die sich durch meine Fragen nicht gestört fühlten, sondern mich mit ihren Antworten förderten und auch herausforderten. So habe ich relativ früh herausgefunden, wo meine Stärken und Schwächen liegen sowie viele Chancen genutzt, um mich weiterzuentwickeln.

 


In der Serie 6 aus 49 beantworten 49 weibliche Führungskräfte sechs Fragen zu ihrem persönlichen Karriereweg.


die Chefin: Gab es auf diesem Weg Hürden?

Affenzeller: In jedem Job gibt es Hürden, die größte Hürde aber ist man oftmals selbst! Falsche Erwartungen an den Job, zu hohe Erwartungen an die eigenen Skills sowie die starke Ungeduld, schnell zu einem Titel zu kommen, sind oft frühe Motivationskiller. Mein Leitspruch ist daher seit jeher: „Gute Dinge brauchen Zeit, sich zu entwickeln“.

Sich als Redakteurin nach jeder nicht veröffentlichten Geschichte zu verstecken und selbst zu bemitleiden ist für eine kurze Zeit völlig in Ordnung. Allerdings kommt es vielmehr darauf an, zu hinterfragen und zu verstehen, was man anders machen kann. Nur so kann man sich verbessern, wächst an den Herausforderungen und bekommt ein Gespür für das eigene Können sowie den „Mut zur Lücke“. Schafft man es, eine Hürde als Rampe zu sehen, wächst man über sich hinaus.

Als Frau in einer Führungsperson muss man oft etwas lauter auf sich aufmerksam machen. Allerdings ist gerade dieses Hinausbewegen aus der eigenen Komfortzone reizvoll für mich und lässt mich nicht aufgeben. Das liegt sicher daran, dass ich mit meiner Oma und meiner Mutter zwei starke Rollenbilder habe, die mir stets vorgelebt haben, dass man mit Anstrengung und Fleiß viel schaffen kann!

die Chefin: Auf welche Ihrer Eigenschaften sind Sie stolz und warum?

Affenzeller: Ich bin stolz darauf, dass wir es bei „miss“ geschafft haben, mehr als nur ein Team zu sein. Das mag zum einen am missRECRUITING liegen, denn selbst Praktikantinnen durchlaufen bei uns eine längere, persönlich betreute Recruitingphase. Zum anderen liegt es an der transparenten Arbeit der Geschäftsführung: Unsere „missen“ wissen stets, woran wir gerade arbeiten und wo wir in Sachen Zielerreichung stehen. Ferner partizipieren sie an den „miss“-Erfolgen monetär.

Und auch unsere internen Weiterentwicklungsmöglichkeiten, die ich gemeinsam mit meinem Geschäftsführer-Kollegen Jochen Hahn umgesetzt habe, überzeugen. Jede „miss“ hat die Möglichkeit, von der Backoffice-miss zur Video-Rakete zu werden – dabei geben wir nicht nur Know-how weiter, sondern gehen auch freundschaftlich miteinander um. Denn gerade das hat mir persönlich in der Vergangenheit oft gefehlt.

Durch die Arbeit mit Millennials habe ich sehr viel gelernt – gerade was Workflows und Mitarbeiterlead 2.0 betrifft! Dabei ist eine meiner guten Eigenschaften mein Durchhaltevermögen. Außerdem versuche ich, stets positiv durchs Leben zu gehen, denn so schafft man manche Hürde am besten.

die Chefin: Was war der beste Rat, den Sie je bekommen haben?

Affenzeller: Sei wild, frech und mutig – aber bleib stets fleißig, demütig und ein Mensch. Sowie das „missCREDO“: „Geht nicht – gibt’s nicht.“

die Chefin: Was raten Sie dem Nachwuchs?

Affenzeller: Es klingt „abgenutzt“, ist aber nach wie vor wichtig: Mit der richtigen Einstellung schaffst du alles und kannst viel erreichen. Glaube an dich und bleibe dir selbst treu! Dabei ist Neugierde ebenso wichtig wie die Haltung, dass stetige Veränderungen nicht negativ, sondern unerlässlich sind.

Gerade in der Medienbranche treten sehr schnell Veränderungen ein, auf die man reagieren muss. Daher sei stets mutig, mit deinen Vorgesetzten in eine konstruktive Diskussion zu gehen sowie Unterstützung einzufordern. Und schaut darauf, dass ihr gerne macht, was ihr tut. In diesem Sinne: #futureherewecome #woimmerdubist

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