Schlaflose Chefinnen sind risikobereiter

Führungskräfte, die dauerhaft zu wenig Schlaf bekommen, neigen zu unbewusst riskantem Verhalten.

Unsplash / Hernan Sanchez

Führungskräfte, die dauerhaft zu wenig Schlaf bekommen, neigen zu unbewusst riskantem Verhalten.

Wer wenig schläft, zeigt eine höhere Risikobereitschaft. Das fanden ForschererInnen heraus.

Ein Job an der Spitze fordert einiges: Ständig Hochleistungen bringen und präsent sein – und das in Spitzenpositionen oft rund um die Uhr. Kein Wunder, dass viele Führungskräfte irgendwann ans Limit kommen und unter Schlafmangel leiden. Doch nun zeigt eine neue Studie, dass chronischer Schlafmangel zu einer höheren Risikobereitschaft führt. Wer dauerhaft zu wenig schläft, ist risikobereiter – allerdings ohne dass er oder sie es sich bewusst ist.

Das berichtet Wirtschaftspsychologie aktuell über eine Untersuchung der Universität Zürich und des Universitätsspitals Zürich. Im Schnitt benötigen gesunde Erwachsene zwischen sieben bis acht Stunde Schlaf am Tag – viele Erwerbstätige und insbesondere Führungskräfte schlafen aber weniger.

Riskante Risikobereitschaft

In einem Versuch mit männlichen Probanden im Alter zwischen von 18 bis 28 Jahren untersuchten die ForscherInnen, wie sich dauerhafter Schlafmangel auf das Verhalten auswirkte. Statt acht Stunden schliefen die Versuchsteilnehmer nur fünf Stunden pro Nacht. In Versuchen wurde danach getestet, wie sich ihr Verhalten veränderte – ganz klar erkennbar war: die Probande wurden risikobereiter, schätzten aber ihr Verhalten nicht als solches ein. Während eine einzelne Nacht ohne Schlaf keinen Einfluss auf die Risikobereitschaft hatte, verhielt sich die große Mehrheit der Studienteilnehmer während einer Woche mit reduzierter Schlafdauer signifikant risikoreicher.  Andere Versuchspersonen, die gleichbleibend viel Schlaf bekamen, zeigten dieser Verhaltensänderung nicht.

Die ForscherInnern leiteten aus dem Versuch ab, dass ein Zusammenhang zwischen der oftmals unbewussten hohen Risikobereitschaft von Führungskräften, die unter Dauerstress stehen, und dem Schlafmangel bestehen könnte.

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