Nicht einmal die Hälfte der Firmen nutzt Entgelttransparenzgesetz

Kaum Frauen haben bisher das Gesetz für Lohngerechtigkeit genutzt.

Unsplash/Filip Bunkens

Kaum Frauen haben bisher das Gesetz für Lohngerechtigkeit genutzt.

Lange war darum gerungen worden, dann war es da und jetzt steht fest: Das Gesetz für Lohngerechtigkeit zeigt wenig Wirkung.

Zwar habe das Gesetz das Thema ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern bekannter gemacht, teilt Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) mit, allerdings zeigt eine erste Evaluation des Bundeskabinetts, dass noch zu wenig Unternehmen sowie Beschäftigte davon Gebrauch machen. Daher müsse das Gesetz nun bekannter gemacht werden, so Giffey.

“Mit dem Gesetz sind faire betriebliche Entgeltstrukturen zu einem breit diskutierten Thema geworden”, so die Familienministerin, die einzelnen Instrumente müssten aber bekannter werden.

Das Entgelttransparenzgesetz gilt jedoch nur für Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Arbeitgeber müssen den Beschäftigten auf Antrag erklären, wo sie innerhalb des Lohngefälles stehen und nach welche Kriterien die Entlohnung von ihnen und einer Gruppe vergleichbarer Beschäftigten erfolgt.

Politik will weitere Schritte prüfen

Mit der Einführung des Gesetzes Anfang 2018 wurden auch verschiedene Tools und Methoden beworben, wie Firmen die Bezahlung von Beschäftigten vergleichen und analysieren können. Die erste Auswertung zeigt nun: Nur vier Prozent der Beschäftigten in größeren Betrieben stellten eine Auskunftsanfrage – viele davon waren Männer. Und nur 45 Prozent der befragten Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten überprüften freiwillig ihre Strukturen.

Das Familienministerium will nun weitere Schritte diskutieren.

Passend zum Thema