Neues Projekt setzt sich für Lohngerechtigkeit ein

Selbst in gleichen Jobs und mit gleicher Qualifikation bekommen Frauen gute sieben Prozent weniger Gehalt.

Unsplash / Fabian Blank

Selbst in gleichen Jobs und mit gleicher Qualifikation bekommen Frauen gute sieben Prozent weniger Gehalt.

Es nennt sich kurz FPI und ist keine Partei: Das Projekt Fair Pay Innovation Lab will den Gender Pay Gap endgültig schließen.

Seit 2008 macht der von Henrike von Platen und den Business Professional Women Germany e.V. initiierte Equal Pay Day jedes Jahr darauf aufmerksam, wie hoch der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen in Deutschland ist. Doch geändert hat sich seitdem wenig: Um nur zwei Prozentpunkte haben die Frauen von 23 auf 21 Prozent im vergangenen Jahrzehnt aufgeschlossen. Das ist allerdings viel zu wenig!

Dabei sprechen sich Entscheiderinnen und Entscheider in Wirtschaft einheitlich für Lohngerechtigkeit aus – warum aber existiert dann diese Gehaltslücke? Die Politik hat immerhin noch kurz vor Ende der Legislaturperiode das Lohntransparenzgesetz auf den Weg gebracht, das aber nur für einen Teil der Beschäftigten hierzulande gilt – und das nur ein Auskunftsrecht gibt, aber nicht ein Recht darauf, auch wirklich den gleichen Lohn zu erhalten.

Und obwohl überall anscheinend Konsens darüber besteht, dass gleichwertige Arbeit auch gleichwertig bezahlt werden muss, ist es offenbar schwierig, dies auch in der Praxis umzusetzen. Warum?

Um endlich die letzten Hürden auf den Weg zu fairer Bezahlung von Männern UND Frauen zu erreichen, hat sich nun das Fair Pay Innovation Lab (FPI) gegründet: “Das FPI unterstützt Unternehmen bei der praktischen Umsetzung von Lohngerechtigkeit im Alltag, zeigt konkrete Umsetzungsstrategien auf und schafft Raum für den Dialog aller Beteiligten auf dem Arbeitsmarkt. Hierzu werden Finanzexpertise, aktuelle Forschungsergebnisse und langjährige Erfahrung in der Unternehmensberatung verknüpft. Das FPI agiert neutral und ist an keine Partei, keine Organisation und keinen Verband gebunden”, heißt es auf der Website des Projekts.

Hinter der Initiative steckt Henrike von Platen – der Frau, die wie kaum eine andere sich in Deutschland für gerechte Bezahlung von Frauen einsetzt und der wir den Equal Pay Day verdanken. Erfunden wurde der Aktionstag allerdings von den amerikanischen Business and Professional Women (BPW). Erstmals fand dieser Tag 1988 statt. Mittlerweile  findet der Aktionstag in über 20 europäischen Ländern statt.

 

Schreiben Sie uns einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Passend zum Thema