“Natürlich müssen Frauen weniger verdienen”

Frauenproteste gegen Sexismus: So lange sich konservative Politiker sexistisch im EU-Parlament äußern können, so lange gibt es auch noch viel zu tun.

Unsplash / Alexa Mazzarello

Frauenproteste gegen Sexismus: So lange sich konservative Politiker sexistisch im EU-Parlament äußern können, so lange gibt es auch noch viel zu tun.

Frauen seien schwächer, kleiner, weniger intelligent als Männer – und daher sei es auch nur konsequent, dass sie schlechter bezahlt würden. Mit dieser Aussage hat der konservative polnische Europapolitiker Ryszard Korwin-Mikke das EU-Parlament schockiert.

Dort hatte sich der Erzkonservative bei einer Debatte um Entgeltgleichheit mit einem kontroversen Meinungsbeitrag geäußert. Zuvor hatte die spanische Abgeordnete Iratxe García Pérez, Mitglied der sozialistischen Partei, sich für gleiche Löhne von Männern und Frauen ausgesprochen. Für Korwin-Mikke eine nicht nachvollziehbare Forderung, denn Frauen seien nicht nur schwächer und kleiner als Männer: “Sie sind weniger intelligent – und müssen weniger verdienen”, so der Politiker. Gefragt danach, wie er darauf käme, Frauen generell die gleiche Intelligenz wie Männern abzusprechen, argumentierte er, dass Frauen schlechter Schach spielten als Männer, weil unter den weltweit besten Spielern keine einzige Frau sei. Auch würden Frauen in der Mathematik- und Physikolympiade in Polen nur auf die hinteren Plätze kommen.

So viel Sexismus entzürnte nicht nur die weiblichen Abgeordneten. Mittlerweile hat das EU-Parlament eine Untersuchung eingeleitet. Die möglichen Strafen könnten eine Geldstrafe sein oder der Ausschluss von Parlamentssitzungen für die Dauer von bis zu einem Monat. Korwin-Mikke könnte entweder bis zu dreißig Tage lang von den Parlamentssitzungen ausgeschlossen werden oder eine Geldstrafe erhalten.

EU-Parlament führt Untersuchung gegen Korwin-Mikke durch

Seine Position zu Frauen wird das vermutlich nicht verändern. Wer behauptet, dass es keine Vergewaltigungen gebe und Frauen zu dumm zum Wählen seien, ist wohl nicht mehr zu retten.

Der konservative Politiker ist allerdings bekannt dafür, mit diskriminierenden und heftigen Aussagen zu polarisieren. Sexistisch und frauenverachtend hat sich Korwin-Mikke schon mehrfach geäußert. Gastarbeiter aus südlichen europäischen Mitgliedsstaaten bezeichnete er als “Neger” und er soll sich in Polen auch schon für die Legalisierung von Kinderpornografie ausgesprochen haben, solange keine tatsächlichen Kinder an den Dreharbeiten teilnehmen würden, berichtet das Magazin Ze:tt.

 

Das hat ein Nachspi

Schreiben Sie uns einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Passend zum Thema