Mutterschutz beginnt schon ab künstlicher Befruchtung

Wann beginnt der Mutterschutz?

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Wann beginnt der Mutterschutz?

Eine spannende Frage hatten kürzlich die höchsten Arbeitsrichter zu verhandeln: Sie sollten klären, wann der Mutterschutz im Falle einer künstlichen Befruchtung greift. Ab Beginn der Kinderwunschbehandlung? Ab Embryonentransfer oder erst ab erfolgreicher Einnistung und Feststellung einre Schwangerschaft?

Konkret ging es in dem Fall um eine Angestellte bei einem Versicherungsvertreter. Die Frau ließ wegen ihres unerfüllten Kinderwunsches eine Kinderwunschbehandlung durchführen. Das war dem Arbeitgeber auch bekannt. Und auch, dass ein neuerlicher Termin für eine künstliche Befruchtung anstand. Am 24. Januar 2013 erfolgte der Embryonentransfer. Nur eine Woche später kündigte der Versicherungsvertreter seine Mitarbeiterin ordentlich. Erst am 7. Februar stellte die Frau fest, dass die Kinderwunschbehandlung erfolgreich und sie endlich schwanger war. Darüber informierte sie den Arbeitgeber am 13. Februar und klagte gegen ihre Kündigung.

Schwangere stehen unter einem besonderen Kündigungsschutz – doch die Frage, die die Richter zu klären hatte, lautete: War die Frau schon am 31. Januar schwanger? Ja, urteilten die Bundesarbeitsrichter und erklärten, dass der Mutterschutz bei einer Schwangerschaft nach einer Befrichtung außerhalb des Körpers bereits ab dem Zeitpunkt der Einsetzung der befruchteten Eizelle greift und nicht erst mit einer erfolreichen Nidation oder dem Bemerken der Schwangerschaft (2 AZR 237/14). Die Kündigung war insofern unwirksam.

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