“Muss ich das wirklich vorlesen?”

Frauen werden häufiger als Männer Opfer von Hasskommentare mit sexistischen Inhalt.

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Frauen werden häufiger als Männer Opfer von Hasskommentare mit sexistischen Inhalt.

Auch wir kennen Hasskommentare im Netz. Wer sich als Bloggerin, Journalistin oder Aktivistin öffentlich aus feministischer Sicht zu Fragen der Gleichberechtigung äußert, wird angegriffen. Heftige Beleidigungen, sexistische Kommentare und sogar konkrete Drohungen gehören ebenso dazu wie Pauschalkritiken.

Unter dem Hahstag #MoreThanMean wird derzeit versucht, Sensibilität für den anonymen Hass gegen Frauen im Netz zu schaffen. Das Podcast-Team “Just not Sports” hat dazu ein bemerkenswertes Video gedreht, in dem Männer den Sportmoderatorinnen Sarah Spain und Julie Dicaro die Hasstweets und Hasskommentare vorlesen, die gegen die Frauen im Netz verbreitet wurden. Die Journalistinnen und die vorlesenden Männer sitzen sich dabei gegenüber. Das Video soll zeigen: Kaum ein vernünftig denkener Mann würde einer Frau solche Sätze ernsthaft ins Gesicht sagen.

“Genau deswegen stellen wir keine Frauen an, es sei denn, wir brauchen jemanden, der unsere Schwänze lutscht oder uns etwas kocht”, heißt es da. Oder auch: “Scheiß auf diese blöde Schlampe!”. Ein anderer Mann schreibt der Journalistin: “Ich hoffe, du wirst noch einmal vergewaltigt!”

Den Männer, die die Kommentare für das Video vorlesen müssen, wird dabei ganz anders. “Muss ich das alles vorlesen?”, fragt einer. Ein anderer sagt: “Ich will das nicht vorlesen.” Die meisten Vorleser entschuldigen sich für diese Sätze – und das, obwohl es nicht ihre sondern nur die von Geschlechtsgenossen sind.

Eine Studie des Guardians hatte kürzlich herausgefunden, dass Frauen viel häufiger als Männer Opfer von Hatespeech im Netz sind.

In der Regel ist der Inhalt auch immer ein sexueller und ein gewaltvoller. Wie es den Journalistinnen und Bloggerinnen damit geht, bleibt dabei meist im Verborgenen. Aus eigener Betroffenheit wissen wir: Witzig ist das nicht immer. Auf die Anfeindungen, Beschimpfungen und Bedrohungen zu reagieren bringt allerdings meistens nichts – außer dass frau den anonymen Absendern damit die Aufmerksamkeit gibt, um die sie so vehement betteln. Trotzdem: Dieses Verhalten im Schutze der Anonymität im Netz ist nicht hinzunehmen. Gerade deshalb ist der Versuch von Just not Sports sehr unterstützenswert.

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