Deutsche Manager können ihre Mitarbeiter nicht binden

Mitarbeiterbindung wird zunehmend wichtiger.

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Mitarbeiterbindung wird zunehmend wichtiger.

Zufriedene Mitarbeiter sind loyaler und weniger wechselbereit – diese Annahme scheint der neue Kelly Global Workforce Index zu widerlegen, der sich mit Mitarbeiterbindung beschäftigt. Demnach hat im vergangenen Jahr jeder dritte Beschäftigte hierzulande den Job gewechselt und weitere 40 Prozent haben darüber nachgedacht.

Sechs von zehn Fachkräften sind latent auf der Suche nach einem anderen Job, obwohl sie mit ihrem Unternehmen eigentlich zufrieden sind. Mit der viel beschworenen Loyalität mit dem Arbeitgeber ist es demnach nicht weit her.

Gerade einmal jeder Vierte würden seinen Arbeitgeber Freunden empfehlen. Mit der Firma verbunden fühlt sich nur ein Fünftel. Die Studienautoren verweisen darauf, dass deutsche Arbeitgeber es im internationalen Vergleich offenbar kaum schaffen, Mitarbeiter auch emotional abzuholen.

Die Studie gibt aber Hinweise, was Managerinnen und Manager verbessern können, wollen sie ihre Leute halten. Denn immerhin 60 Prozent der befragten Mitarbeiter gaben an, dass Führungskräfte einen entscheidenden Einfluss auf das Wohlergehen der Mitarbeiter habe. 58 Prozent wünschen sich bessere Fortbildungsmöglichkeiten, 51 Prozent wollen klare Ziele und Verantwortlichkeiten, 45 Prozent fordern eine transparentere Kommunikation. Immerhin ein Drittel fand außerdem Anerkennung wichtig.

Motivation für den Wechsel sind für die meisten Beschäftigten der Wunsch nach persönlicher Weiterentwicklung (20 Prozent), herausforderndere Tätigkeiten  (17 Prozent) und eine bessere Bezahlung (15 Prozent). Bei den allermeisten Jobwechslern erfüllen sich diese Wünsche auch mit dem Weggang vom alten Arbeitgeber. Lediglich jeder Sechste bleibt auch im neuen Unternehmen unzufrieden.

Für den internationalen Kelly Global Workforce Index wurden knapp 122.000 Personen in 31 Ländern befragt, davon über 1.400 in Deutschland.

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