Mit dem ersten Kind wird die Arbeit ungleich verteilt

Seltener Anblick: Wenn Paare Kinder bekommen, reduziert meist die Frau im Job, um sich um Familie und Haushalt zu kümmern.

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Seltener Anblick: Wenn Paare Kinder bekommen, reduziert meist die Frau im Job, um sich um Familie und Haushalt zu kümmern.

Kinder sind immer noch ein Karrierekiller. Vor allem führt die Familiengründung immer noch zu einer ungleichen Aufteilung der Arbeit zwischen einem Paar.

Das belegt eine neue Studie des es Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), die diese Woche veröffentlicht wurde. Demnach arbeiten Frauen in einer festen Partnerschaft in allen westlichen Industriestaaten seltener und mit weniger Stunden als ihre Männer.

Und Deutschland ist bei der ungleichen Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit zwischen den Partnern leider besonders führend. Im Schnitt arbeiten Frauen hierzulande 16 Stunden in der Woche weniger als ihre Männer im Job. Zum Vergleich: In Slowenien etwa sind es drei Stunden, in Schweden sind es sechs Stunden pro Woche.

Die WZB-Forscherinnen hatten die Arbeitszeitunterschiede von Paaren in 27 Ländern untersucht. Die Berechnungen basieren auf Daten der Europäischen Arbeitskräfteerhebung (EU LFS) und des Current Population Survey (CPS) aus dem Jahr 2011. Die Autorinnen stellten fest: Die Aufteilung zwischen den Partnern ist immer dann besonders ungleich, wenn die Frau einen Beruf mit einem niedrigeren Status ausübt und das geringere Einkommen hat. Eine besondere Rolle spielt dabei auch die Familiengründung: Bekommt ein Paar Kinder, reduziert die Frau in der Regel ihre Arbeitszeit erheblich. Im Gesamtdurchschnitt der 27 untersuchten Staaten beträgt der Arbeitszeitunterschied pro Kind fast sechs Stunden.

Das heißt aber nicht, dass Frauen auf der faulen Haut liegen. Tatsächlich arbeiten sie sogar mehr als ihre Männer – nur verschiebt sich die von ihnen geleistete Anzahl an Arbeitsstunden zwischen denen in der bezahlten Erwerbsarbeit hin zur unbezahlten Familien- und Hausarbeit.

Eine Rolle bei der Arbeitsaufteilung zwischen den Geschlechtern spielt das Steuersystem, stellten die Forscherinnen fest: Die Paare teilen sich Familie und Beruf da gleichberechtigter, wo eine Individualbesteuerung angewendet wird. Ein weiterer Beleg dafür, dass das Ehegattensplitting die falschen Anreize setzt, will man die Frauenerwerbsquote erhöhen.

Wichtigste Stellschraube bleibt aber die zur Verfügung stehende Kinderbetreuung. In den Ländern, in denen es ein gut ausgebautes staatliches Betreuungsnetz gibt, sind auch die Arbeitszeitunterschiede zwischen Männern und Frauen geringer.

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