Kinder von nicht erwerbstätigen Mütter sind öfter arm

Die Erwerbstätigkeit der Mutter hat Einfluss darauf, ob Kinder in Armut aufwachsen oder nicht.

Katie Emslie/Unsplash

Die Erwerbstätigkeit der Mutter hat Einfluss darauf, ob Kinder in Armut aufwachsen oder nicht.

Ob die Mutter berufstätig ist, beeinflusst maßgeblich, ob Kinder in Armut aufwachsen oder nicht. Das geht aus einer neuen Studie hervor.

Das Armutsrisiko von Kindern wird einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge stark von der Erwerbstätigkeit der Mutter beeinflusst.

Bekannt ist: Besonders Kinder von alleinerziehenden Frauen wachsen in Armut auf oder erfahren Phasen der Armut während ihrer Kindheit. Dabei macht es einen Unterschied, ob die Mutter gar nicht arbeitet oder wenigstens einer stabilen Teilzeitbeschäftigung nachgeht. Kinder von arbeitslosen Müttern sind zu 96 Prozent von Armut betroffen, bei Kindern, deren Mütter Teilzeit arbeiten, sind es nur 20 Prozent. Noch besser ist die Situation, wenn die Mutter einen Vollzeitjob hat – dann werden nur 16 Prozent der Kinder zeitweise mit Armut konfrontiert.

Vereinbarkeit fördern

Aber auch in Familien, in denen sich beide Elternteile um die Kinder kümmern, steigt das Armutsrisiko für Kinder der Studie zufolge deutlich, wenn Mütter ihre Arbeit verlieren oder aufgeben. Sind diese über einen längeren Zeitraum hinweg nicht erwerbstätig, erleben 32 Prozent dauerhaft oder wiederkehrend Armutslagen, 30 Prozent kurzzeitig. Arbeiten ihre Mütter in Voll- oder Teilzeit oder haben einen Minijob, sinkt das Armutsrisiko sehr stark.

Die Autoren der Studie schlussfolgern daher, dass vor allem Frauen mit Familiengründung bestärkt werden sollten, weiterhin berufstätig zu sein. Das heißt aber auch für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sorgen – per Infrastruktur (Betreuungsangeboten), aber auch steuerlich.

Für die Studie hatten die Autorinnen und Autoren Daten der Bundesagentur für Arbeit verwendet und als Armutsbegriff eine Definition angewendet, wonach eine Familie als arm gilt, wenn sie weniger als 60 Prozent des mittleren Haushaltsnettoeinkommens auskommen muss oder Hartz IV bezieht.

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