Kinder profitieren von kurzer Elternzeit der Mutter

Papa kümmert sich ums Kind, Mama geht arbeiten: Und auch ein früher Kita-Besuch schadet Kindern nachweislich nicht.

Daniela Rey / Unsplash

Papa kümmert sich ums Kind, Mama geht arbeiten: Und auch ein früher Kita-Besuch schadet Kindern nachweislich nicht.

Wer sein Kind in den ersten Lebensjahren fremdbetreuen lässt, ist eine schlechte Mutter? Keineswegs: Kinder von Müttern, die früh in den Job zurückkehren, geht es prächtig.

Das berichtet die Münchner Tageszeitung Merkur in seiner Onlineausgabe. Die Kollegin Andrea Stettner hat hier aus Studien zusammengetragen, welche Vorteile eine frühen “Fremdbetreuung” von Kindernhat. Demnach wirkt es sich positiv auf die Entwicklung des Nachwuchses aus, wenn sie früh – spätestens nach dem ersten Lebensjahr – eine Kita besuchen und nicht allein nur in der Familie betreut werden.

“Veit Roessner, Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Dresden, fand 2016 heraus, dass Kinder, die in den ersten zwei Lebensjahren fremdbetreut wurden, später seltener an psychischen Störungen leiden”, heißt es in dem Bericht. Zudem sei der Kitabesuch gut für die sprachliche Entwicklung von Kindern. Das zeige eine Studie der London School of Economics und der Oxford University aus dem Jahr 2016. Mehr noch: Generell schnitten Kinder von berufstätigen Müttern in Intelligenztest besser. Außerdem waren die Kinder “kooperativer, konnten sich besser anpassen und waren auch weniger ängstlich als Kinder von Müttern, die zuhause blieben”, heißt es hier weiter. Auch fördere die Berufstätigkeit der Mütter offenbar das Selbstbewusstsein.  Oder zumindest die Leistungsbereitschaft. So habe eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) im Jahr 2015 herausgefunden, dass Kinder von berufstätigen Müttern häufiger das Gymnasium besuchten.

Höhere Leistungsbereitschaft und weniger Rollenklischees

Allerdings lässt sich hier auch ein anderer Zusammenhang vermuten: Frauen, die viel in ihre Ausbildung und in ihre berufliche Laufbahn investiert haben, dürften generell eher leistungsbereit sein und über (hohe) Bildung verfügen. Und deshalb eine hohe Motivation haben, bald nach der Babypause in den Beruf zurückzukehren. Bekannt ist aber auch: Kinder, deren Eltern selbst über eine hohe Bildung verfügen und viel für ihr berufliches Fortkommen tun, besuchen auch häufiger das Gymnasium.
Nichtsdestotrotz sind berufstätige Mütter im Schnitt etwas zufriedener als Frauen, die auf die Erwerbsarbeit ganz oder zumindest langfristig verzichten. Zu diesem Ergebnis komme eine Langzeitstudie der Ruhr-Universität, heißt es in dem Artikel. Kein Wunder: Diese Frauen sind in der Regel finanziell unabghängig und haben Teil an allen gesellschaftlichen Bereichen. Das wirkt sich natürlich auf das subjektive Zufriedenheitsempfinden aus.
Und letztlich sind Mütter, die sich Erwerbs- und Familienarbeit gleichberechtigt mit ihrem Partner teilen, auch Vorbilder für ihre Kinder – und das ist auf jeden Fall gut für den Nachwuchs.

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