Kaum Frauen in Bundesministerien und Bundesbehörden

Bei Bundesbehörden und in Bundesministerium schaffen es Frauen bis heute kaum in Führungspositionen. Zum Staatssekretär wurden etwa mehr Männer mit dem Namen Hans ernannt als überhaupt Frauen.

Unsplash / Dan Schiumarini

Bei Bundesbehörden und in Bundesministerium schaffen es Frauen bis heute kaum in Führungspositionen. Zum Staatssekretär wurden etwa mehr Männer mit dem Namen Hans ernannt als überhaupt Frauen.

Obwohl sich die Bundesregierung schon vor vielen Jahren zur Gleichstellung von Männern und Frauen verpflichtet hat, hält sie Frauen anscheinend systematisch fern von Leitungspositionen in Bundesbehörden und in Bundesministerien. Das berichtet ZEIT ONLINE.

Demnach dominieren Männer die meisten Ministerien, Frauen kommen nur selten in mittlere oder gar höhere Führungspositionen. Besonders wenig Frauen gibt es seit Jahren im Innen-, Finanz-, Verkehrs- und Landwirtschaftsministerium sowie bei wichtigen Behörden wie der Bundesbank oder der Bundespolizei.  Oft beträgt der Frauenanteil in diesen Bereichen und Ressorts unter 20 Prozent. Einzige Ausnahme: Im Justiz-, Arbeits- und natürlich Familienministerium ist der Frauenanteil höher. Im Familienministerium beträgt er sogar über 70 Prozent – und das sogar auf Leitungsebene.

Doch das kann nicht über gravierende Missstände hinwegtäuschen: “In zahlreiche Spitzenämter hat es seit der Gründung der Bundesrepublik noch nie eine Frau geschafft. Bis heute wurden Behörden wie der Bundesnachrichtendienst, das Bundesamt für Verfassungsschutz oder das Bundeskriminalamt nur von Männern geleitet”, heißt es in dem Bericht.

Mehr Hans als Frauen

Besonders bizarr: In der Geschichte der Bundesrepublik sind bislang 692 beamtete Staatssekretäre ernannt worden. 668 davon waren Männer, nur 24 Mal wurde überhaupt eine Frau vorgeschlagen. Wenige von ihnen wurden sogar wiederholt ernannt. Insgesamt gab es 19 Staatssekretärinnen . Ebenfalls seit der Gründung der BRD wurden aber 24 Männer Staatssekretäre, die den Vornamen Hans trugen, und 18, die Karl hießen. “Es gab also in 69 Jahren Bundesrepublik mehr Männer namens Hans in dieser wichtigen Funktion als Frauen”, fasst es ZEIT ONLINE zusammen.

Immerhin: Justizministerin Katarina Barley (SPD) hat auf die Recherchen reagiert und ein neues Gesetz angekündigt. Dieses soll die Quote flankieren und festlegen, dass Leitungsfunktionen im öffentlichen Dienst bis zum Jahr 2025 zur Hälfte mit Frauen und Männern zu besetzen sind.

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