In Gruppen lügt man leichter

In anonymen Gruppen neigen Menschen eher dazu, unehrlich zu sein.

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In anonymen Gruppen neigen Menschen eher dazu, unehrlich zu sein.

Ehrlichkeit zahlt sich aus? Nicht immer. Eine neue Studie stellt fest, dass Menschen bei Entscheidungen in Gruppen schneller lügen.

Warum kommt es in Wirtschaft und Politik immer wieder zu Skandalen, bei denen es lange Zeit unzählige Mitwisser aber keine Whistleblower gab? Weil Menschen in Gruppen schneller unehrlicher sind als alleine. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Ludwigs-Maximilian-Universität (LMU) in München, über die Wirtschaftspsychologie aktuell berichtet.

Die ForscherInnen wollten wissen, ob Skandale immer an individuellem Fehlverhalten liegen oder es strukturelle Gründe gibt, die das Entstehen von Skandalen befördern. Dazu führten sie mit Versuchspersonen ein Experiment durch. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten das Video eines Würfelspiels beobachten und hinterher die Zahl nennen, die der Würfel gezeigt hatte. Je höher diese lag, desto höher sollte eine Belohnung ausfallen.

In anonymen Großgruppen sind Menschen schneller unehrlich

Schon klar, dass dies quasi die Einladung zum Lügen war. Und um herauszufinden, ob sich Individualverhalten von dem in der Gruppe unterscheidet, wurde das Experiment sowohl mit einzelnen durchgeführt, die ganz alleine entschieden, ob sie die Wahrheit sagten oder nicht als auch mit Versuchspersonen, die sich mit anderen in einem anonymen Gruppenchat abstimmen konnten. Und siehe da: Die Probanden, die ihre Entscheidung isoliert treffen mussten, waren in der Regel ehrlicher als jene, die sich im Gruppenchat abstimmten.

“Der Grund für dieses Gruppenverhalten, das die Forscher ‘dishonesty shift’, nennen: Die Mitglieder einer Gruppe tauschen sich über ihre Normvorstellungen und die Argumente dafür und dagegen aus”, heißt es in dem Artikel bei Wirtschaftspsychologie aktuell.

Ganz offensichtlich gingen die TeilnehmerInnen in der Gruppe auch davon aus, dass die anderen ähnlich dachten und handelten. Das erklärt, warum einzelne in d

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