Im ersten Lebensjahr bleibt Mama daheim

Im ersten Lebensjahr des Kindes bleiben die meisten Mütter mit Elterngeld zu Hause.

Unsplash / Joshua Rodriguez

Im ersten Lebensjahr des Kindes bleiben die meisten Mütter mit Elterngeld zu Hause.

Das Elterngeld sollte die Erwerbstätigkeit der Frauen fördern. Nun stellt eine neue Studie fest: Zumindest im ersten Lebensjahr des Kindes wird sie dadurch vor allem gesenkt. Generell sind heute aber mehr Mütter erwerbstätig.

Das geht aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, die untersucht hat, was sich seit der Einführung des Elterngelds im Jahr 2007 verändert hat. Vergleichen wurden daher vor allem Kennziffern aus den Jahren 2006 im Vergleich mit dem Jahr 2017.

Demnach sind heute generell mehr Mütter erwerbstätig als noch vor zehn Jahren. Allerdings kommt es auf das Alter des Kindes an und auch auf den Umfang der Erwerbstätigkeit.

Der Kita-Ausbau scheint zu wirken

Waren im Jahr 2006 22,5 aller Frauen mit Kindern unter einem Jahr berufstätig, so sind es im vergangenen Jahr gerade einmal 9.2 Prozent gewesen. Völlig klar ist: Da Elterngeld macht es für frisch gebackene Mütter attraktiver und finanziell einfacher, ein Jahr lang zu Hause zu sein. Im zweiten Lebensjahr des Nachwuchs erhöht sich die Erwerbsquote der Mütter dagegen, im dritten Lebensjahr steigt sie noch ein weiteres Mal kräftig. In Zahlen heißt das: 2017 waren 44 Prozent aller Frauen mit Kindern unter zwei Jahren berufstätig, 2006 war es nur jede Dritte. Ab einem Alter von drei Jahren sind 60,1 Prozent aller Mütter erwerbstätig. Vor zehn Jahren lag dieser Wert nur bei 44,1 Prozent.

Schaut man sich an, wie viel Stunden die Frauen arbeiten, hat sich auch etwas getan: 2017 waren mehr Mütter mit kleinen Kindern in Vollzeit tätig als noch vor zehn Jahren. Die Autorinnen und Autoren der Studie vermuten, dass auch der Ausbau der Kinderbetreuung einen spürbaren Anteil daran hat.

Generell hält aber ein gegenteiliger Trend an: Es sind zwar mehr Frauen berufstätig – allerdings fast jede Zweite in Teilzeit. Und noch etwas fällt auf: Die Aufteilung der Elternzeit zwischen den Geschlechtern verläuft weiterhin stark traditionell. Das heißt, sie nimmt zwölf Monate, die Väter in der Regel nur zwei Monate.

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