„Ich glaube, die größten Hürden liegen in einem selbst“

"Ich hatte gerade am Anfang meiner Karriere immer starke weibliche Führungskräfte, die mich gefordert, unterstützt und gefördert haben", so Xenia Meuser.

XING

"Ich hatte gerade am Anfang meiner Karriere immer starke weibliche Führungskräfte, die mich gefordert, unterstützt und gefördert haben", so Xenia Meuser.

Xenia Meuser hat Glück. Gleich zu Beginn ihrer Karriere gerät sie an starke weibliche Führungskräfte und mutige Personalleiter, die sie fordern, unterstützen und fördern. Dieses Vertrauen und die großen Freiheitsgrade haben die Betriebswirtin sehr geprägt.

Xenia Meuser ist seit 2013 Vice President Human Resources der XING AG. Nach ihrem dualen BWL-Studium startete sie ihre Karriere 1998 in der Personalabteilung von Tchibo. Drei Jahre später wechselte sie zur Otto-Gruppe, wo die Führungskräfte-Beratung, konzeptionelle Personalarbeit, Chance Management sowie das Recruiting im Web 2.0 Schwerpunkte ihrer Arbeit waren.

die Chefin: Warum machen Sie, was Sie machen?

Xenia Meuser: Vor allem, weil es mir Spaß macht! Ich habe meine Leidenschaft für Personal schon im dualen Studium entdeckt. Konzepte von Schulz von Thun oder Malik fand ich bereits als junge Frau spannend.

Das HR sich vor allem am eignen Wertschöpfungsbeitrag zum Unternehmenserfolg messen lassen muss, habe ich bereits als junge Referentin im Vertriebsbereich eines Einzelhändler gelernt. Denn da überzeugt man nicht durch schöne Konzepte, sondern nur durch den Mehrwert, den man dem Unternehmen damit liefert.

Heute macht es mir vor allem Spaß, ein dynamisches Unternehmen wie XING beim Wachstum zu begleiten, Begleiterscheinungen wie Wachstumsschmerzen zu mildern sowie die Systemdynamik konstruktiv – auch auf der Managementebene – zu beeinflussen.


In der Serie 6 aus 49 beantworten 49 weibliche Führungskräfte sechs Fragen zu ihrem persönlichen Karriereweg.


die Chefin: Wurden Sie auf Ihrem Weg unterstützt?

Meuser: Ich hatte gerade am Anfang meiner Karriere immer starke weibliche Führungskräfte, die mich gefordert, unterstützt und gefördert haben. Und später mutige Personalleiter, die sich auch Frauen in Teilzeit in Führungspositionen vorstellen konnten und mir mit viel Vertrauen große Freiheitsgrade gegeben haben. So konnte ich mich entwickeln und an eigenen Fehlern wachsen.

die Chefin: Gab es auf diesem Weg Hürden?

Meuser: Ich glaube, die größten Hürden liegen in einem selbst: Kann ich das schaffen? Wann ist es Zeit, etwas Neues anzufangen? Wo liegen meine Stärken und Leidenschaften? Viele dieser Fragen habe ich mir nach schwierigen beruflichen Phasen und Niederlagen beantwortet. Und auch wenn es in der Situation schmerzhaft war, am Ende bin ich daran gewachsen und habe über die Jahre „etwas“ Gelassenheit und Demut gegenüber Andersartigkeit gelernt.

die Chefin: Auf welche Ihrer Eigenschaften sind Sie stolz und warum?

Meuser: Stolz ist für mich das falsche Wort. Ich glaube, was mich ausmacht, ist mein Gestaltungsdrang, verbunden mit einem guten Gespür für Situationen und Menschen.

die Chefin: Was war der beste Rat, den Sie je bekommen haben?

Meuser: Bei den Menschen, die so “fürchterlich” anders sind als ich, genau hinzuschauen, was ich von ihnen über mich selbst lernen kann.

die Chefin: Was raten Sie dem Nachwuchs?

Meuser: Chancen zu nutzen, wenn sie sich ergeben, mutig zu sein, sich aus der Komfortzone zu begeben und keine Angst vorm Scheitern zu haben. Daraus lernt man mehr als aus den Erfolgen.
 Und: Sich einen Job zu suchen, der mehr als ein Job ist, im besten Fall eine Berufung!

Ein Kommentar

  1. Es ist sehr hilfreich, wenn man/frau an seinem Arbeitsplatz auf fördernde und unterstützende Strukturen trifft. Super, wenn Führungskräfte da sind, die die jungen Nachwuchskräfte nach Kräften unterstützen. Allerdings trifft man häufig auf Situationen, wo dies eben nicht der Fall ist. Und auch das kann beflügeln, seine eigene Karriere entschlossen in die Hand zu nehmen, Widerstände zu überwinden und seinen eigenen Weg zu gehen. Das erlebe ich bei vielen Klienten/innen in meiner Beratung und es entspricht auch meiner eigenen Berufsbiographie.

    Herzliche Grüße

    Beate Bröcker

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