Hormone bestimmen, ob man(n) Chef wird

Harvard-Forscher konnten einen klaren Zusammenhang zwischen Testosteronwert und Hierarchiestatus bei Führungskräften feststellen.

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Harvard-Forscher konnten einen klaren Zusammenhang zwischen Testosteronwert und Hierarchiestatus bei Führungskräften feststellen.

Je mehr Mitarbeiter und Macht, desto mehr Testosteron – leider ist an diesem lange vermuteten Zusammenhang jetzt offenbar auch wissenschaftlich bewiesen etwas dran.

Forscher der Harvard-University konnten einen Nachweis zwischen dem Hormonstatus von Managern und der Anzahl der zu führenden Mitarbeiter feststellen. Das berichtet Wirtschaftspsychologie aktuell. (Und ich will mir gar nicht ausmalen, wie diese Studie geschlechtsspezifisch interpretiert werden wird.)

Schon lange wird angenommen, dass mit dem Testosterongehalt auch das Streben nach Macht und die Aggressivität zunimmt. Männer (aber auch Frauen) mit einem hohen Testosteronwert haben in der Regel eine stärkere Wettbewerbsorientierung und Risikobereitschaft. Allerdings konnte bisher kein ganz eindeutiger Zusammenhang zwischen den Hormonwerten und dem Verhalten im Job nachgewiesen werden.

Ein Forscherteam aus Harvard hat daher das Zusammenspiel mehrere Hormone untersucht und konnte zeigen, dass ein Zusammenhang zwischen einem hohen Testosteronwert und einem niedrigen Cortisolwert mit der Teamgröße bestand. Cortisol ist ein wichtiges Stresshormon, das der Körper dann ausschüttet, um Stresssituationen zu meistern.

Keine Frauen untersucht

Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass die nachgesagte Wirkung des Testosterons nur dann durchschlug, wenn der Cortisolwert sehr niedrig war. Offenbar wirkt Stressresistenz wie ein Hemmstoff.

Je entspannter die Führungskräfte, desto stärker schlägt ihr Testosteron durch. Das heißt aber nicht, dass sie mehr produzieren, je mehr Mitarbeiter sie führen. Man kann auch annehmen, dass sie einfach am weitesten in der Hierarchie aufsteigen, je stressresistenter, machtorienterter und aggressiver sie sind – und genau bei diesen Verhaltensweisen ist für sie ein hoher Testosteronwert und ein niedriger Cortisolspiegel von Vorteil.

Interessant ist, dass auch viele weitere Faktoren wie etwa Bildung, Einkommen, Führungserfahrung aber auch die Gesundheit den nachgewiesenen Effekt nicht massiv beeinflussten.

Für die Studie wurden allerdings nur 78 männliche Führungskräfte untersucht, die im Öffentlichen Dienst tätig sind. Frauen kamen in dieser Studie also gar nicht vor.

Ein Kommentar

  1. Ist ja eine Irre Studie man untersucht 78 Menschen aus einem einigen Arbeitsfkontext und kann das sofort auf die Millionen welche in einem anderen Kontext arbeiten übertragen. Hätte ich möglicherweise differenziert, wenigstens im Artikel.

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