„Hat man es geschafft, ist das Glücksgefühl unbezahlbar“

"Ich bin ein freundlicher und offener Mensch, denke nicht viel nach, sondern agiere intuitiv aus dem Bauch heraus", so Sabela Garcia Cuesta.

Sabela Garcia Cuesta

"Ich bin ein freundlicher und offener Mensch, denke nicht viel nach, sondern agiere intuitiv aus dem Bauch heraus", so Sabela Garcia Cuesta.

Sabela García Cuesta hat eine Idee, glaubt daran und setzt alles auf eine Karte. Ohne ihre Hartnäckigkeit und ihr unglaublich gutes Netzwerk wäre die Spanierin allerdings nicht da, wo sie jetzt ist.

Nach ihrem Studium in London entscheidet sich Sabela García Cuesta vor vier Jahren für Hamburg als Lebensmittelpunkt. Ihre interkulturellen Erfahrungen, die die gebürtige Spanierin auf ihren vielen Reisen sammelt, die vielen faszinierenden Menschen, die sie kennenlernt, sind der Impuls für Ihre Idee Gute Leute: Ein kostenloses Magazin über Hamburg und die Menschen, die mit ihren verschiedenen Wurzeln und Lebensgeschichten die Elbmetropole prägen.

Für ihre Idee, Hamburgs kulturelle Vielfalt präsenter zu machen, internationale Wahl-Hamburger zu porträtieren sowie die Community zu stärken, sucht die Spanierin finanzielle Unterstützung. Wer Interesse hat, kann noch bis zum 7. Oktober 2015 ihre Crowdfunding-Kampagne unterstützen.

die Chefin: Warum machen Sie, was Sie machen?

Sabela García Cuesta: Ich glaube an Projekte, die von Herzen kommen. Mein Magazin Gute Leute dient als Plattform, Menschen miteinander zu vernetzen sowie eine internationale Community in Hamburg zu schaffen.

Und ich weiß, wovon ich spreche, denn ich bin Spanierin und lebe seit über vier Jahren in Hamburg. Deshalb weiß ich ganz genau, was Menschen, die in die Stadt kommen, suchen. Und Gute Leute ist hier eine gute Unterstützung.

Damit ich nicht nur von diesem Projekt träume, sondern es auch durchziehe, habe ich vor drei Monaten alles auf eine Karte gesetzt und meinen Vollzeitjob gekündigt. So spontan, wie es klingen mag, war es allerdings nicht.

Denn, auch wenn die Antwort sehr nah ist, lenkt der Alltag manchmal doch so sehr ab, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen kann. Bevor ich die Idee für Gute Leute hatte, habe ich über ein halbes Jahr darüber nachgedacht, wie mein Schritt in die Selbstständigkeit aussehen kann. Am Ende wusste ich dann aber, dass ich das tun muss, was ich am besten kann: kommunizieren und Menschen zusammenbringen.


In der Serie 6 aus 49 beantworten 49 weibliche Führungskräfte sechs Fragen zu ihrem persönlichen Karriereweg.


die Chefin: Wurden Sie auf Ihrem Weg unterstützt?

Cuesta: Ja und Nein. Die Ermutigung von Freunden und Kollegen hat nie gefehlt. Alle haben von Anfang an an mein Projekt geglaubt und mich moralisch unterstützt.

Eine andere Sache ist aber, Menschen zu haben, die nicht nur an dich und dein Projekt glauben, sondern es auch aktiv unterstützen. Mir fiel es am Anfang unheimlich schwer, jemanden zu bitten, alles für meine Ideen stehen und liegen zu lassen – erst recht, weil ich die Leistung nicht bezahlen konnte. Denn nicht jeder kann es sich leisten oder hat den Mut, seinen Job zu kündigen, um für einen Traum zu kämpfen, der nicht mal sein eigener ist.

Geholfen hat mir hier mein gutes Netzwerk. Meistens weiß man auch erst in solchen Situationen, wer ein „echter“ Kontakt ist und wer dir freundschaftlich verbunden ist – und wer eben nicht.

Als ich dann meine Crowdfunding-Kampagne gestartet habe, um die erste Ausgabe meines Magazins drucken zu können, habe ich gemerkt, dass es doch nicht so einfach wird, wie ich gedacht habe. Deshalb bin ich meinem Netzwerk unendlich dankbar, denn die waren von Anfang an da und haben mir geholfen, eine Website zu gestalten, Inhalte für das Magazin zu finden sowie das Design zu entwickeln.

Mittlerweile erhalte ich viele E-Mails von Menschen, die gern mit mir zusammenarbeiten möchten. Ein wunderbares Gefühl, denn das gibt mir die Gewissheit, dass ich das Richtige tue.

die Chefin: Gab es auf diesem Weg Hürden?

Cuesta: Definitiv ja. Und es war weder am Anfang einfach, noch ist es jetzt so. Aber welches Projekt läuft von Anfang an perfekt? Alles braucht Kraft und Zeit. Hat man es aber geschafft, ist das Glücksgefühl unbezahlbar.

die Chefin: Auf welche Ihrer Eigenschaften sind Sie stolz und warum?

Cuesta: Ich bin ein freundlicher und offener Mensch, denke nicht viel nach, sondern agiere intuitiv aus dem Bauch heraus. Spontan und authentisch zu sein, sind definitiv meine wertvollsten Eigenschaften.

die Chefin: Was war der beste Rat, denn Sie je bekommen haben?

Cuesta: Der beste Rat, den ich bisher bekommen habe, erhielt ich von meinem ehemaligen Chef: Ich soll mir meine Kreativität von nichts und niemandem zerstören lassen und mich nicht von anderen Leuten herunterziehen lassen. Stattdessen soll ich mich mit neuen Ideen beschäftigen und mit kreativen Köpfen und Unterstützern umgeben. Und ich soll nie Versprechen geben, die ich nicht halten kann.

die Chefin: Was raten Sie dem Nachwuchs?

Cuesta: Es ist sehr schwer, seinen Traum ohne finanzielle Unterstützung zu erfüllen. Gebt dennoch nicht auf, sondern kämpft darum. Aber nehmt euch auch Zeit dafür, denn der Erfolg kommt nicht einfach von heute auf morgen. Erfolg benötigt Planung, Zeit und ein gutes Netzwerk. Baut euch deshalb erst ein Netzwerk auf und beginnt dann, über eure Idee zu sprechen.

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