Handwerksbranche bleibt in Männerhand

Frauen fehlen in Handwerksberufen.

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Frauen fehlen in Handwerksberufen.

Trotz Mädchenförderungen bleiben die meisten Handwerksberufe fest in Männerhand, das berichtet der KarriereSPIEGEL. Maler und Lackierer, Mechantroniker, Maurer, Schreiner, Dachdecker – in den typischen “männlichen” Handwerksberufen bleiben Frauen eine Ausnahme.

Unter bundesweit rund 19.000 Auszubildenden zum Maler und Lackierer waren etwa 2012 2.647 Frauen. Bei den Kfz-Mechatronikern waren von 58.000 Azubis 1.600 Frauen. Für viele Mädchen und junge Frauen sind diese klassischen männlichen Berufe nach wie vor nicht attraktiv.

Eigentlich sollte der seit 2001 jährlich stattfindende Girls Day daran etwas ändern. An diesem Tag, der immer im Frühling stattfindet, schnuppern Schülerinnen in eher typische Männerberufe. Doch Befragungen von ehemaligen Teilnehmerinnen, die heute im Beruf angekommen sind, sprechen eine eindeutige Sprache: Die Aktion ist nahezu wirkungslos. Die Berufswahl bleibt stereotyp. Warum?

Studien zeigen einen Zusammenhang mit geschlechtsspezifischen Erwartungen. Zum einen glauben viele Schülerinnen, dass sie als Frauen körperlich die anstrengenden Männerberufe nicht schaffen können. Zum anderen erwarten sie einen rauhen Umgangston und befürchten, sich nicht durchsetzen zu können. Nicht zuletzt auch aufgrund von Medienberichten, Klischees und Erziehung. Viele Eltern befürchten, dass sich die Tochter einen schweren Weg in den Beruf aussucht, wenn sie eine Ausbildung in einer Männerdomäne im Handwerk machen möchte.

Dabei suchen viele Ausbildungsbetriebe in den traditionellen Männerberufen auch Mädchen und junge Frauen. Allerdings bemühen viele Arbeitgeber sich noch nicht um eine attraktive Ansprache an Mädchen. Das deutsche Handwerk versucht zwar sein Image zu wandeln, um Jugendliche anzusprechen – zeigt aber vor allem “coole” Jungs. Viel Technik, Dreck, Lärm, Härte und Coolness – auch das spricht eher Jungen als Mädchen an. Mehr weibliche Vorbilder könnten hier helfen. Und ein Bild, das differenzierter ist und sich an der Lebenswirklichkeit der Jungen und Mädchen orientiert. Gefragt sind hier auch Handwerksbetriebe, die von Frauen geführt werden.

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