Größte schwul-lesbische Karrieremesse in Berlin

Jobmessen haben Konjunktur.

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Jobmessen haben Konjunktur.

Dass mehr Vielfalt in Unternehmen auch gut ist für das Betriebsergebnis, ist längst bekannt. Nichts destotrotz wird unter Diversity vor allem mit der Debatte um die Frauenquote für Führungspositionen in der Wirtschaft gleichgesetzt. Vielfalt bedeutet aber viel mehr.

Die Veranstalter des LGBT Diversity Kongress und der Sticks&Stones-Messe in Berlin haben das verstanden. (LGBT steht für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender.) Sie haben vor vier Jahren die größte schwul-lesbische Karrieremesse ins Leben gerufen, auf der sich offene und tolerante Unternehmen vorstellen, die ebenso offene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchen. Parallel dazu findet eine Fachtagung für Unternehmen und Personalverantwortliche statt, auf der hochkarätige Experten darüber diskutieren, wie mehr Diversity erreicht werden kann und Diskriminierung verhindert. Denn noch immer scheuen sich vor allem Führungskräfte davor, sich zu outen. Je höher in der Hierarchie, so verschlossener. Es wäre wünschenswert, wenn mehr CEOs und Vorstände sich nicht länger verstecken. Denn es gibt viele Positivbeispiel – Apple-Chef Tim Cook etwa.

IBM etwa präsentiert sein Best Practise-Beispiel mit dem Namen Worldwide LGBT Reverse Mentoring, an dem Tausende Mitarbeiter beteiligt sind. Der Fokus ist dabei das Wissen über den Umgang mit und die Bedeutung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transmenschen am Arbeitsplatz. Ein anderes Beispiel ist BMW. Der Autobauer hat dieses Jahr ein Netzwerk für schwule und lesbische Mitarbeiter gegründet.

Im Interview für ZEIT ONLINE hat mir Veranstalter Stuart Cameron das Konzept von Messe und Kongress erläutert. Er sagt: “Aufgeschlossene Unternehmen, die auf Vielfalt setzen, sind nachgewiesen häufig kreativer, innovativer und erfolgreicher. Ein gutes Beispiel für eine solche innovationsfördernde Kultur findet sich im Silicon Valley, aber auch in der Start-up-Szene in Berlin, in der auch sehr viele Homosexuelle arbeiten.”

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