Gleichberechtigung verbessert sich – minimal

Bei der Verwirklichung der Gleichberechtigung gibt es immer noch viel zu tun.

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Bei der Verwirklichung der Gleichberechtigung gibt es immer noch viel zu tun.

Knapp 100 Jahre wird es noch dauern, bis auf der ganzen Welt Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen hergestellt ist. Das zeigt der neue Global Gender Gap Report des Weltwirtschaftsforums.

Allerdings sieht es nicht in jedem Land gleich gut aus. So hat sich die Lage in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr zwar etwas verbessert – die Bundesrepublik kommt immerhin auf Platz zehn – in anderen Ländern gibt es hingegen nur wenig Verbesserungen. Ein Grund dafür ist eine weiterhin massive Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt. Betrachtet man nur diesen Aspekt, hat sich in Deutschland die Situation sogar verschlechtert. Die Bundesrepublik rutschte hier im Ranking von Platz 36 auf Platz 48 ab. Hauptgrund: die unterschiedliche Bezahlung von Männern und Frauen und die Tatsache, dass Frauen weiterhin in Spitzenpositionen fehlen.

Nach wie vor führt Island das Ranking an, gefolgt von Norwegen, Finnland und Schweden. Vor Deutschland liegen aber auch Nicaragua, Irland, Spanien und Ruanda. Den größten Sprung nach vorn machten laut Studie die Länder Albanien, Äthiopien, Mali, Mexiko und Spanien.

Frauen weltweit immer noch stark benachteiligt

Das WEF untersuchte für seine diesjährige Studie die Lage der Frauen in 153 Ländern: ihre wirtschaftliche Teilhabe, Bildung, Gesundheit sowie politische Macht. Insgesamt habe die Gleichberechtigung im Vergleich zum Jahr 2018 zugenommen, vor allem, weil es mehr Frauen in politischen Spitzenämtern gibt.

Die Studie nennt für die Benachteiligung von Frauen im Erwerbsleben drei Hauptgründe: Frauen haben häufig eine Arbeit, die zunehmend Roboter übernehmen, zu wenig Frauen wählen Berufe, in denen die Löhne stark steigen, und Frauen tragen nach wie vor die Hauptlast bei der Erziehung und bei der Pflege Angehöriger. Außerdem haben sie nach wie vor Probleme, an Kapital zu kommen.

Pakistan, Irak und Jemen kommen auf die letzten der insgesamt 153 Plätze.